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Medien & TV Porträt von verstümmelter Afghanin wird Pressefoto 2010
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19:24 11.02.2011
Das bewegende Porträt einer verstümmelten Afghanin ist zum Pressefoto 2010 gekürt worden.
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Das zutiefst bewegende Porträt einer von den Taliban verstümmelten jungen Afghanin ist zum Pressefoto des Jahres 2010 gekürt worden. Das gab die internationale Jury des 54. World Press Photo Contest am Freitag in Amsterdam bekannt. Das längst weltberühmte Bild der südafrikanischen Fotografin Jodi Bieber für das US-Magazin „Time“ zeigt das entstellte Gesicht der 18-jährigen Bibi Aisha, der islamistische Rebellen und ihr eigener Ehemann die Nase abgeschnitten haben.

Dieses Foto gehöre zu jenen, an die Menschen in aller Welt sich stets erinnern und die sofort verstanden werden, sagte der Jury-Vorsitzende David Burnett aus den USA. „Es könnte so ein Bild werden, wo jemand sagt „Weißt du das Bild von diesem Mädchen...“ und jeder weiß sofort, wovon die Rede ist.“ Das Foto sei „unglaublich stark“ und sende eine Botschaft aus über die vielen Frauen auf der Welt, die „immer noch unter furchtbaren Bedingungen leben und unter Gewalt leiden“, fügte Jury-Mitglied Ruth Eichhorn hinzu.

Das schockierende Foto war das Titelbild der „Time“-Ausgabe vom 1. August 2010. Die 18-jährige Bibi Aisha war in der südafghanischen Provinz Urusgan vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen und zu ihrer Familie zurückgekehrt. „Eines Nachts kamen die Taliban“, heißt es in der Begleitinformation zu dem Siegerfoto. „Ein Taliban-Kommandeur gab das Urteil bekannt, Bibis Schwager hielt sie fest, und dann schnitt ihr Ehemann ihr die Ohren und die Nase ab.“ Die junge Frau wurde von zivilen Helfern und US-Soldaten gerettet. Sie lebt heute in den USA, wo sie mehrfach operiert wurde.

Insgesamt zeichnete die Jury des seit Jahren renommiertesten Wettbewerbes für Pressefotografie in neun Kategorien 56 Bildautoren aus 23 Ländern aus. Das Pressefoto des Jahres ist mit 10 000 Euro dotiert. Jodi Bieber siegte mit dem Foto auch in der Kategorie Porträt. Insgesamt wurde sie bereits acht Mal beim World Press Photo Contest ausgezeichnet.

Das Spektrum der gewürdigten Fotos ist stets sehr breit, wobei diesmal erneut sehr häufig bedrückende Bilder menschlichen Leids ausgewählt wurden: Vom Erdbeben in Haiti bis zu den Kriegen in Somalia und anderen Ländern. Mit einer Anerkennung durch die Jury wurde auch auch eine Serie verschiedener Fotografen mit Bildern der wochenlangen Aktion zur Rettung der chilenischen Bergleute in San José bedacht.

Unter den Gewinnern sind auch deutsche Fotografen. So erhielt Uwe Weber von der Zeitung „Bild“ mit dem Foto einer Menschenmenge im Chaos der Love Parade in Duisburg den 3. Preis in der Kategorie Spot News. Thomas P. Peschak und Reinhard Dirscherl gewannen den 1. und 2. Preis in der Kategorie Naturfotos. Wolfram Hahn erhielt den 2. Preis bei den Porträts für das Bilde einer jungen Frau, die sich mit ihrem Handy für ein soziales Netzwerk fotografiert.

Alle Siegerfotos werden vom 22. April bis 7. Mai in der Oude Kerk im Zentrum von Amsterdam ausgestellt und sind danach in einer Wanderausstellung in vielen Ländern zu sehen.

dpa

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