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Medien & TV Presse-Zar Rupert Murdoch wird 80 Jahre alt
Nachrichten Medien & TV Presse-Zar Rupert Murdoch wird 80 Jahre alt
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12:40 11.03.2011
Rupert Murdoch gilt vielen als Inbegriff eines tyrannischen Herrschertyps. Quelle: dpa

Wenn einer lange Jahre als Zerstörer des Journalismus gilt und dann auf einmal als potenzieller Retter des geschriebenen Wortes, dann zeigt das die tiefe Krise der einst stolzen Zeitungsbranche in den USA. Rupert Murdoch, aus Australien stammend und 1985 zum US-Bürger geworden, hat sich selbst freilich kaum verändert. Allein gegen alle – so lautet weiterhin die Philosophie des mächtigsten Medienunternehmers der Welt. Mögen seine Journalisten sich wie „Höflinge“ in einem absolutistischen Hofstaat vorkommen – wie es einer seiner früheren Chefredakteure einmal ausdrückte –, mögen progressive Parteien über ihn stöhnen. Dass er tatsächlich einer der letzten Zeitungszaren der Erde ist, dass er an seinen Geschöpfen aus knisterndem Papier und Tinte hängt, bezweifelt niemand. Heute wird Rupert Murdoch 80 Jahre alt.

„Dirty Digger“ hat man ihn früher genannt. Einen, der nach Gold gräbt, indem er seine Reporter im Dreck wühlen lässt. Bei den „Simpsons“ trat er als „tyrannischer Milliardär“ in Erscheinung. Seine Feinde aber (und von denen gibt es viele) würden lieber heute als morgen den Vorhang über der Ära des „Sonnenkönigs“ fallen sehen.

Einen „Parvenü“ nennt er sich selber, aber als echter Emporkömmling kann man als von Nannys großgezogener Sohn eines Zeitungsbesitzers wohl kaum gelten. Mit 22 erbt Murdoch die australische Regionalzeitung „Adelaide News“ – heute ist er Herr über ein weltumspannendes Medienimperium. „Sun“, „Sunday ­Times“ und „Times“, Star TV, Fox TV, „New York Post“ und „Wall Street Journal“ hören auf sein Kommando. ­MySpace, der Buchverlag HarperCollins und Dutzende anderer Objekte rund um die Welt gehören zu seinem „Stall“. Zurzeit will er sich etwa den profitablen britischen Bezahlsender BSkyB für rund zehn Milliarden Euro vollständig unter den Nagel reißen. Die konservative Regierung in London soll ihm dabei behilflich sein.

So hat er es schon immer gemacht: Politiker im Wahlkampf unterstützt, um sich’s dann nach der Wahl von ihnen lohnen zu lassen. Erst in Australien, dann in Thatchers Britannien, später in Amerika. Die sich mit ihm anlegten – linke und liberale Kritiker, die Druckergewerkschaften, Behörden, überhebliche Rivalen – hat er stets auszumanövrieren gewusst. Geholfen haben ihm ein guter Riecher für lukrative Deals, kaltblütige Schuldenaufnahme – und Kompromisslosigkeit. Gefeuerte Mitarbeiter bezeichnet er als „totes Holz“.

32 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) Jahresumsatz machte Murdochs globales Medienkonglomerat im Jahr 2010. Filmprojekte wie „Avatar“ und die Übertragungsrechte für die amerikanische Football-Liga NFL gehören ebenso zu Murdochs Wirkungskreis wie Schmuddelblätter nach Art der britischen „Sun“, der Klingeltonverticker Jamba oder der aggressiv rechtspopulistische US-Sender Fox News. In Großbritannien beherrscht Murdoch knapp die Hälfte des Zeitungsmarktes, in Australien fast drei Viertel. Den Einstieg in den deutschen Printmarkt allerdings, der immer mal wieder als Schreckgespenst am deutschen Zeitungshimmel auftaucht, schaffte er nicht.

Seit Murdoch im Jahr 2007 unter dem Aufschrei vieler Journalisten das New Yorker „Wall Street Journal“ aufkaufte und anschließend seine Kritiker Lügen strafte, hat der politisch rechtsgerichtete Multimilliardär erstmals auch ein seriöses Aushängeschild im Angebot. Das einst biedere Börsenblatt ist bunter, vielfältiger und politischer geworden. Murdoch hat sogar Geld in die Hand genommen, um mit einem Lokalteil („Greater New York“) dem Platzhirschen „New York Times“ Paroli zu bieten. Das tat er allerdings vor allem, um das ihm zu „linke“ Traditionsblatt zu ärgern.

Sein Kampf geht weiter. Vor allem Murdochs Bemühungen im Onlinebereich machten ihn zuletzt wieder zum viel beachteten Strategen, dessen Experimente Verleger in aller Welt aufmerksam beäugen. Die Gratiskultur im Internet ist ihm ein Dorn im Auge. Das „Wall Street Journal“ verlangt als eine der wenigen Zeitungen in den USA für einen Teil seiner Onlineausgabe Geld. Vor wenigen Wochen hat Murdoch seine Bezahlzeitung „Daily“ für das iPad vorgestellt. 40 Dollar soll sie im Jahr kosten. „Wir müssen das Nachrichtengeschäft wieder existenzfähig machen“, sagte Murdoch bei der Präsentation in New York.

Doch die Zweifel sind groß. Die Reichweite des „Wall Street Journal“ ist im Internet eingebrochen, und die ersten Ausgaben von „Daily“ haben nicht überzeugt. Als Murdoch 2005 das soziale Netzwerk MySpace teuer aufkaufte, galt das als visionär. Heute hat Facebook dem Internetportal den Rang abgelaufen. Es gab Niederlagen: Der Einstieg in den deutschen Fernsehmarkt zusammen mit dem Filmhändler Leo Kirch endete 2002 in der Pleite. Doch seit 2008 ist Murdoch mit Sky Deutschland wieder präsent. Zwar schrieben seine Unternehmen im Krisenjahr 2009 rund 3,4 Milliarden Dollar (etwa 2,5 Milliarden Euro) Verlust. Doch 2010 warfen sie laut Geschäftsbericht schon wieder 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) Gewinn ab.

Doch was kommt nach Murdoch? Oder besser: wer? Die Nachfolgefrage ist trotz sechs Kindern ungeklärt. Die zwei jüngsten, die er mit seiner dritten Frau Wendi Deng hat, sind im Grundschulalter. Mit den älteren Kindern, die einst als Nachfolger galten, hat er sich überworfen. Zurzeit ist noch der 38-jährige Sohn James im Vorstand. Wie lange der greise Murdoch die Belastungen aushält, weiß niemand. Und: Es ist zweifelhaft, dass einer seiner Nachfolger noch bereit ist, für ein strategisches Ziel wie etwa das Geldverdienen in der Onlinewelt so viel Geld, Geduld und Experimentierfreude aufzuwenden.

Andreas Geldner und Peter Nonnenmacher

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