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Medien & TV "Psychologen waren vom ersten Casting an dabei"
Nachrichten Medien & TV "Psychologen waren vom ersten Casting an dabei"
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14:32 04.04.2013
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Wieso haben Sie sich entschieden, bei The Voice Kids mitzuwirken?

Tim Bendzko: Ich hatte nicht den Gedanken, ich müsse unbedingt Coach werden oder in einer Jury sitzen. Ich wurde einfach gefragt, mehrfach gefragt sogar. Überzeugend war dann das Gespräch dazu, in dem Vorurteile ausgeräumt wurden. Das Konzept und wie mit den Kindern umgegangen wird, war ausschlaggebend. So sorgfältig, so umsichtig.

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Lena Meyer-Landrut: Die gleiche Antwort für mich auch!

Es gibt „Stage Moms“, die nur darauf bedacht sind, dass ihre Kinder berühmt werden. Wie wird so etwas bei der Show verhindert?

Henning Wehland: Mich wundert immer, dass das in Zusammenhang gebracht wird. Weil „The Voice“ gezeigt hat, dass das hier anders funktioniert als bei anderen Shows. Dann gibt es die „Stage Moms“ - wir haben sie immer Eiskunstlauf-Eltern genannt - auch ohne solche Formate. Es ist gut, dass es eine Sendung gibt, in der sich um Talente gekümmert wird, aber nachhaltig und authentisch. Der Anspruch der Produktion ist, den Kids zu zeigen, wie es ist, mit einer Leidenschaft in die Öffentlichkeit zu treten. Wir haben 72 Talente gehört, die auf die Bühne müssen.

Bendzko: Von den ersten Castings an waren Psychologen dabei, die geguckt haben, ob die Kinder da wirklich Lust drauf haben - oder ob die Eltern sie da hinstellen.

Meyer-Landrut: Das würde man aber auch sofort merken.

DSDS hatte eine Kinder-Variante - mit mäßigem Erfolg. Haben Sie sich das angeschaut?

Wehland: Wenn man DSDS kennt, weiß man, worum es da geht, und wenn man The Voice guckt, weiß man auch, worum es da geht. Wenn man Talente fördern möchte, muss man da ansetzen, wo Talent entsteht. Hier sitzen Leute in der Jury, die (Pause) einigermaßen singen können. Wir wissen, wovon wir reden. Bei anderen Formaten habe ich das Gefühl, dass die Talente versaut sind, weil sie aus den falschen Gründen hinter dem Mikrofon stehen.

Meyer-Landrut: Hier gibt es keine Schnullerprojektionen, keine angesprayten grünen Haare, keiner singt „Call Me Maybe“ ganz funky-Kids-mäßig auf Deutsch und keiner kriegt Glitzeranzüge angezogen. Die stehen in ihren Straßenklamotten auf der Bühne, in Kapuzenpulli und Chucks. Dass das nicht aufgesetzt ist, merkt man sofort. Sonst wird es auch langweilig.

Es gibt neben einem Preisgeld einen optionalen Plattenvertrag. Sie haben alle Erfahrung. Ist man als Kind gewappnet fürs Geschäft?

Bendzko: Der Preis, um den es geht, ist zuerst der, auf der Bühne stehen. Dann ein Ausbildungsgeld, dass der Gewinner zweckgebunden abheben kann - nicht nur für Musikerjobs. Der Plattenvertrag ist erst einmal ein Schutz. Es gibt nicht nur nette Menschen da draußen, und nicht nur nette Plattenfirmen. Es würde auf sie einprasseln, und die Eltern kennen sich nicht aus.

Meyer-Landrut: Deswegen steht im Vertrag, dass selbst, wenn sie nicht zu Universal gehen, sie für eine bestimmte Zeit auch nicht zu einer anderen Plattenfirma können - um abzusichern, dass sie nicht an die Falschen geraten.

Wären Sie mit acht Jahren zu einer solchen Show gegangen?

Bendzko: Lena und ich auf jeden Fall. Einer der Hauptgründe, dass ich das hier mache. Ich wäre da aber untergegangen. Henning hätte es nicht gemacht.

Wehland: Mit acht Jahren war ich eher auf „1, 2 oder 3“, mit 14 wollte ich Tischtennisprofi werden. Erst mit 17 Jahren kam ich auf die Idee, dass ich mein kaputtes Ego auf der Bühne therapieren kann.

Herr Wehland, H-Blockx ist länger her, bei den Söhnen Mannheims sind Sie einer von vielen. Muss man Kindern erklären, wer Sie sind?

Wehland: Erstaunlicherweise ja. Also ich finde mich selbst scheinbar viel geiler, als das in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Als ich dann da saß und neben mir Lena, die kaum bekannter sein könnte, und Tim, der eins der erfolgreichsten Debütalben wahrscheinlich seit Xavier Naidoo gemacht hat... nun gut. Aber manche Kinder haben anscheinend von ihren Eltern eine Einleitung bekommen.

Bendzko: Aber Henning ist auch eher so die Vaterfigur, das hat bei manchen Kindern auch gezogen.

Lena, erst Casting-Show, dann Casting-Jury. Nervt dieses Casting-Label nicht irgendwann?

Wehland: Wer ist dieser „Karsten“?

Meyer-Landrut: Also „Karsten“ ist ein ständiger Begleiter, der immer da war, immer da sein wird, genau wie der Grand Prix. Ich find das nicht schlimm, ich bin stolz darauf. Ich habe es offensichtlich gut gemacht, und das ist meine Geschichte. Die will ich nicht verändern, davor will ich nicht weglaufen. Ich fühle mich auch nicht als Juror, sondern als jemand, der Kinder auf einer irren Reise begleiten will.

Wie geht man mit enttäuschten Kinder um?

Lena: Man muss das genau erklären. Es gab einen, der hat so geweint, und wir dachten nur: Mist. Dann stellte sich raus, dass er einfach nur überglücklich war: „Tim hat mich umarmt!!!“. Wir achten da sehr drauf, und das ist auch echt anstrengend, immer die richtigen Worte zu finden. Da ist man abends schon ganz schön fertig. Wir schmeißen uns da voll rein.

Als Sie zwischen acht bis 14 Jahre alt waren, hatten Sie da schon ausgeprägte musikalische Interessen oder nur Kinderlieder gehört?

Wehland: Ich habe mich schon seit dem fünften Lebensjahr vorrangig mit deutscher Rock- und Punkmusik befasst.

Meyer-Landrut: Meine Wurzeln liegen bei Britney Spears und den Prinzen. Das hört man vielleicht auch. Ich kann jetzt noch 97 Prozent der Prinzen-Texte. Meine erste CD war Oli P. „Flugzeuge im Bauch“, und dann „Lonely“ von Sasha. Und mit meiner Mutter habe ich zu Whitney Houston getanzt. Und Celine Dion lief oft.

Benzdko: Meine erste CD war „Herz an Herz“ von Blümchen. Und wenn meine Mutter mich zum Fußball fuhr, liefen Peter Maffay und Heintje.

Wehland: Boah Leute, ich dachte, die 80er waren grausam.

Interview: Sebastian Scherer

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