Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Dabei beim „Tatort“-Dreh: So viele Stunden braucht es für 90 Krimi-Minuten
Nachrichten Medien & TV

RND.de beim „Tatort“-Dreh: So viele Stunden braucht es für 90 Krimi-Minuten

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:46 18.09.2019
Die Schauspielerinnen Maria Furtwängler (r.) und Florence Kasumba stehen beim Set-Termin zum Beginn der Dreharbeiten für den neuen NDR-Tatort vor dem Vorderhaus auf dem Gut Hardenberg. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Nörten-Hardenberg

Eine etwa fünf Zentimeter lange Schürfwunde ist am Hals von Maria Furtwängler zu sehen, sie wird nur dürftig verdeckt durch ihre blonden Haare. Doch das soll sie auch nicht: Der Kratzer ist nicht echt, sondern wurde der „Tatort“-Darstellerin mit dem immer etwas kühl wirkenden Blick aufgemalt. Er gibt am Set für den Dreh des zweiten Göttinger „Tatorts“ mit Furtwängler und Kollegin Florence Kasumba einen Ausblick auf die Krimifolge, die erst 2020 erscheint. Kommissarin Charlotte Lindholm gerät darin in Gefahr – und wird offenbar verletzt.

Am Set weist nichts mehr auf Kämpfe oder Schießereien hin. In der Szene, die gerade gedreht wird, fahren die Kommissarinnen in einem silbernen Wagen mit quietschenden Reifen vor den Eingang eines schicken Anwesens. Es ist der Landsitz des Grafen von Hardenberg, etwa zehn Kilometer nördlich von Göttingen. Wo sonst der Graf mit seiner Familie lebt und einmal jährlich ein internationales Reitturnier veranstaltet, geht es in diesen Tagen um Mord und Totschlag.

Baumarbeiten stören „Tatort“-Dreh mit Furtwängler und Kasumba

Und manchmal geht es auch um Störgeräusche: Denn während Regisseur, Kameramann und Co. versuchen, die Vorfahrszene zu perfektionieren, indem Furtwängler beispielsweise im richtigen Tempo aussteigt, fangen in der Nähe Baumarbeiten an – die Sägegeräusche sind deutlich zu hören. „Regen, Kreissägen und eine Wühlmaus“, fasst NDR-Fernsehfilm-Chef Christian Granderath scherzhaft die Probleme der Produktion zusammen.

Dabei war der Regenschauer zuvor nur kurz – die Schauspielerinnen und Produktionsmitarbeiter konnten sich in die „Basis“ retten, einen Pavillon mit Bierbänken darin. Zumindest ein Dach über dem Kopf. Das dachte sich wohl auch die Maus, die dort ungeachtet der Menschen im Boden herumwühlte – zum großen Interesse von Furtwängler, die das Tier fasziniert beobachtete.

Lesen Sie auch: Tatort“ 2019: So geht es im zweiten Halbjahr weiter

Und nicht nur über die tierische Gesellschaft freut sich die Schauspielerin, die seit 2002 als Kommissarin Lindholm Kriminalfälle löst. Sie ist zufrieden mit der Unterstützung durch Kasumba als Kommissarin Anäis Schmitz. „Ich finde es toll, jetzt eine Kollegin zu haben“, sagt Furtwängler, „ich habe mir das gewünscht.“ Und ihr Wunsch sei den Machern Befehl – zumindest in diesem Fall.

In Nörten-Hardenberg nahe Göttingen haben Maria Furtwängler und Florence Kasumba Szenen für den Göttingen-„Tatort“ für 2020 gedreht. Quelle: Hannah Scheiwe

Wie viel haben Schauspielerinnen beim „Tatort“-Drehbuch mitzureden?

Auch was ihr Mitspracherecht sonst beim „Tatort“ angeht, antwortet Furtwängler: „Ich werde gehört.“ Sie meint aber auch: „Wir haben diesmal ein sehr gutes Drehbuch, es gibt nichts, wovon wir Schauspielerinnen abhängiger sind.“ Weiter ausführen kann sie das nicht: Sie muss sich für die nächste Szene umziehen. Kasumba aber spricht von einem „absoluten Mitspracherecht“. „Wir haben Meetings, in denen wir über den Fall und die Figuren sprechen. Da kann man über Veränderungen reden“, sagt die Schauspielerin, die den „Tatort“ meist in der Mediathek nachschaut. Auch in der Pause ist Kasumba voll in ihrer Rolle als Ermittlerin, spricht von „meinem Mann“, als es um den Mann von Ermittlerin Schmitz geht, der von Daniel Donskoy gespielt wird.

Lesen Sie auch: Maria Furtwängler im Interview: Sind Sie streng mit sich selbst?

Fünf Tage lang drehen die Schauspielerinnen in Göttingen, weitere drei Wochen in Hamburg für den „Tatort“ mit dem Arbeitstitel „Krieg im Kopf“. Aber wieso mehr in Hamburg als in Göttingen, wenn die Folge in der niedersächsischen Studentenstadt spielt? Eine Spesenproduktion, bei der Schauspieler und Crew zum Drehort anreisen und untergebracht werden müssten wie in Göttingen, sei immer aufwendiger erklärt Granderath. „Deswegen drehen wir die Innenszenen eher in Hamburg.“ Dort lebten die meisten der Schauspieler und Mitarbeiter. „Wir drehen da aber auch ein paar Außenszenen, Film ist immer Illusion“, so der NDR-Fernsehfilm-Chef. Nicht jede Szene, die im Film in Göttingen verortet wird, wurde dort tatsächlich gedreht.

Acht bis zehn Stunden am Tag wird für den „Tatort“ gedreht

Acht bis zehn Stunden am Tag wird gedreht – „dabei kommen vier bis fünf Minuten Filmmaterial heraus“, erklärt Granderath. Das liegt daran, dass die Szenen oft geprobt und mehrfach gefilmt werden. Doch auch Pausen werden genutzt: Während Furtwängler und Kasumba Interviews geben, ist über Bäumen in der Nähe eine Drohne zu sehen, die Aufnahmen aus der Luft macht.

Und manchmal gibt es auch Zwangspausen wie durch den Regen: „Bis zu einem gewissen Grad kann man beim Wetter tricksen, aber manchmal muss man auch warten“, sagt Ganderath. Wenn es aus Eimern schüttet, kann auch der hellste Strahler es nicht mehr sonnig aussehen lassen.

Lesen Sie auch: Tatort“: So war Florence Kasumbas Start im Team

Von Hannah Scheiwe/RND

Über 30 Singles wollen erneut die große Liebe im TV finden: Fans können das ab dem 15. Oktober mitverfolgen, wenn die zweite Staffel von „Bachelor in Paradise“ startet.

18.09.2019

In “Die Live-Show bei dir zuhause” treten ab dem 12. Oktober bei ProSieben Familien im Wettkampf gegeneinander an - in Sport- und Geschicklichkeitsspielen. Unterstützt werden sie dabei durch Promis.

18.09.2019

Während eines Livebeitrags über das Stadtderby in Hamburg haben Fußballfans einen Fernsehreporter geschubst und beleidigt. Der reagierte erst cool, beendete dann aber doch schnell die Übertragung.

18.09.2019