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Medien & TV Ross Anthony: "Ich musste Schlaftabletten nehmen"
Nachrichten Medien & TV Ross Anthony: "Ich musste Schlaftabletten nehmen"
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00:15 13.01.2013
Ross Anthony war 2008 Dschungelkönig. Quelle: dpa
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Berlin

Elf neue Kandidaten machen sich auf in den Dschungel. Ross Anthony war im Jahr 2008 dabei.

Es ist fünf Jahre her, dass Sie im Camp waren. Wollen Sie überhaupt noch darüber reden?

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Selbstverständlich. Ich bin immer noch sehr dankbar. Es ist der Wahnsinn, was seit der Krönung geschehen ist. Auch dieses Jahr ist schon wieder voll geplant mit tollen Dingen. Obwohl es natürlich hart war damals. Man sieht ja nur eine Stunde, aber wir hängen da den ganzen Tag. Und es gibt abends auch nicht Pizza, wenn gerade keiner zuschaut.

Die Kandidaten trifft der blanke Hohn Deutschlands. Es scheinen nur Lebensversager ins Camp zu gehen.

Mir war das wirklich egal, was Leute denken. Ich habe als Engländer davor auch die englischen Folgen gesehen. Da wird das anders aufgenommen, die Leute werden dadurch wirklich wieder zu Stars. Ich hatte Glück, dass man mich danach wieder sehen wollte. Aber dieses Mal sind Menschen wie Patrick Nuo und Olivia Jones dabei, die haben es in diesem Sinne nicht nötig - sie haben schon tolle Arbeit gemacht. Und Olivia, mit der ich auch befreundet bin, hat in Hamburg großen Erfolg mit ihren Rundfahrten, ihrem Lokal. Patrick ist ein vernünftiger Typ. Er ist eben ein Promi: Er nimmt, was er kann, wie er es kann.

Schwieriger ist die Besetzung Helmut Berger. Er scheint kaum zurechnungsfähig zu sein.

Helmut Berger - der ist ein Weltstar gewesen. Manche Menschen haben so viel mitgemacht, die können Realität und Rolle gar nicht mehr trennen. Aber in Wahrheit braucht es doch diese Kandidaten, die es aufpeppen. Manche, die hingefallen sind, kommen erst durch den Dschungel wieder auf die Beine. Nicht einmal unbedingt in Sachen Ruhm, sondern mehr noch persönlich. Ein persönlicher Gewinn. Es ist doch auch nicht jeder insolvent. Und Allegra Curtis zum Beispiel weiß gar nicht wirklich, was da auf sie zu kommt. Schade ist, dass Arno Funke dabei ist.

Warum?

Ich finde einfach, solche Menschen gehören nicht ins Unterhaltungsfernsehen. Er hat schreckliche, böse Dinge getan. Jeder Mensch verdient eine zweite Chance, aber so jemand muss nicht glorifiziert werden. Es ist niemand, mit dem ich mich umgeben wollte. Das wird manchen Teilnehmern genauso gehen, da ist Streitpotenzial. In der Hinsicht ist die Besetzung gut, auch Fiona, Georgina und Claudelle werden bestimmt aneinandergeraten. Das finde ich toll, darum schalten wir doch ein.

Die Staffel vergangenes Jahr war eher sehr friedlich.

Ja, fast ein bisschen zu friedlich. Wir waren damals auch eine friedliche Truppe, eine Super-Clique. Mit Barbara Herzsprung und Michaela Schaffrath bin ich bis heute befreundet. Besser war es da vor zwei Jahren für die Zuschauer, mit Jay Kahn und Sarah Knappik. Sarah war super - egal, wie sich alle aufregten, sie hat uns den Stoff gegeben, den wir alle gebraucht haben vorm Fernseher.

Würden Sie noch einmal ins Camp gehen, für eine All-Star-Staffel zum Beispiel?

NEIN! Ich musste Schlaftabletten nehmen, jeden Abend. Ich hatte solche Angst, jeden Tag mit dem Psychologen gesprochen. Es ist hart. Man verliert die Verbindung zur Außenwelt. Wenn man mit den Leuten nicht klar kommt, lebt man 17 Tage sehr einsam. Also wenn jemand mir eine Million Euro bieten würde für einen guten Zweck, dann würde ich es machen. Dann kämpfe ich eben. Nur für mich aber nicht. Und ich habe im Dezember die neue englische Staffel gesehen. Die Prüfungen waren da noch härter, das wird in Deutschland bestimmt nicht anders sein. Da hätte ich Angst.

Von Sebastian Scherer