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Medien & TV SPD-Klage wegen Radio-Telefonscherz abgewiesen
Nachrichten Medien & TV SPD-Klage wegen Radio-Telefonscherz abgewiesen
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12:23 11.03.2009
Andrea Ypsilanti. Quelle: Martin Oeser/ddp
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Wie der Sender am Mittwoch mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft Hannover das Ermittlungsverfahren gegen ffn-Comedyautor und -Stimmenimitator Jochen Krause eingestellt. Eine Behördensprecherin bestätigte dies auf ddp-Anfrage.

Die hessische SPD hatte im vergangenen September Strafantrag gegen den niedersächsischen Sender gestellt, nachdem der Mitschnitt eines Scherzanrufes von Krause bei Ypsilanti auf der Internetplattform YouTube aufgetaucht war. Der Sender hatte der SPD zuvor zugesichert, dass das Gespräch nicht gesendet werde. Krause hatte sich als Franz Müntefering (SPD) ausgegeben, damals noch designierter SPD-Bundesvorsitzender.

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Paragraf 201 des Strafgesetzbuches zufolge ist bereits die unbefugte Aufnahme des „nichtöffentlich gesprochenen Wortes“ strafbar. Telefonscherze im Radio oder vergleichbare TV-Formate sind demzufolge eigentlich verboten. Die Staatsanwaltschaft sah laut ffn nach „umfangreichen Ermittlungen“ aber offenbar keinen Straftatbestand.

„Der Humor hat gesiegt“, sagte ffn-Programmdirektorin Ina Tenz. Seit über 40 Jahren machten Radiosender in Deutschland „Spaßtelefonate“. Noch nie habe es allein wegen der Aufzeichnung eine Strafanzeige gegeben. Auch bei ffn werde es das Spaßtelefon weiter geben, betonte Tenz und fügte hinzu: „Trotz Humorlosigkeit von Frau Ypsilanti.“

ddp