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Medien & TV Der Held aus der Drogenküche
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22:30 17.06.2014
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Am Anfang hat Bryan Cranston Werbung gemacht. Schlimme Werbung. Mal stapfte der heute 58-Jährige für Seifen als großes Stinktier verkleidet durch den Bus, mal hielt er mit riesiger Brille, es waren die Achtziger, Hämorrhoidencreme in die Kamera. Cranston hat sich durchgebissen. Der Lohn: Der einstige Werbekasper, dann Serienkomiker („Malcolm mittendrin“) und schließlich Charakterdarsteller („Breaking Bad“, „Argo“) hat sich zu einem der wichtigsten Schauspieler der USA entwickelt.

In 60 Filmen und 75 Serien hat Cranston mitgespielt, aber vor gut zehn Jahren kannte den Kalifornier mit deutschen Wurzeln kaum ein Mensch. In großen Filmen trat er auf, doch manche Rollen hatten nicht einmal einen Namen. Genau deshalb hatten ihm die Eltern auch von der Schauspielerei abgeraten. Sein Vater hatte es selbst versucht – und war gescheitert.

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Angeblich nutzte Cranston ihn als Vorbild, als er in „Breaking Bad“ die Figur des jämmerlichen Vaters spielte. Und so machte der Sohn einen Abschluss in Kriminalistik – und spielte dann doch wieder. Doch zuvor musste er sich zwei Jahrzehnte mit Werbung und Nebenrollen durchschlagen. Das änderte sich erst 2000, als er in „Malcolm mittendrin“ den nervösen Familienvater Hal spielte und dafür dreimal für den Emmy nominiert wurde.

Dann kam „Breaking Bad“. Auf dem Cover der DVD steht Cranston nur in Unterwäsche da, in der Hand eine Pistole. Wer eine Drogenkomödie à la „Weeds“ erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Cranston spielte den krebskranken Chemielehrer Walter White, der zur Absicherung seiner Familie Drogen kocht. Die Serie war kreativ, spannend, brutal und vor allem von einer im deutschen Fernsehen unbekannten Vielschichtigkeit. Cranston spielt ein Scheusal, das betrügt, raubt und mordet – und für das man dennoch bis zuletzt Sympathien hat. White wird vom netten Nachbarn zum kaltblütigen Gangster, der Millionen in Stofftaschen herumträgt.

Als Walter White hat Cranston vor allem den Respekt seiner Kollegen gewonnen. Kein Geringerer als Oscar-Preisträger Anthony Hopkins (76, „Das Schweigen der Lämmer“) outete sich als Cranstons größter Fan. „Brillant! Ihre Darstellung von Walter White ist die beste Schauspielkunst, die ich je gesehen habe“, schwärmte Hopkins in einem Brief an Cranston. „Glückwünsche und meinen tiefsten Respekt. Sie sind wirklich ein großer, großer Schauspieler“, beendete er seine Fanpost, die vom „Hollywood Reporter“ veröffentlicht wurde.

Nun kommt Cranston an der Seite einer Riesenechse groß heraus. In dem Blockbuster-Streifen „Godzilla“ steht er wieder im Labor, diesmal als Wissenschaftler, der einer früheren Atomkatastrophe auf den Grund geht. Einen festen Platz in Hollywood hat er seit Juli 2013 – mit einem Stern auf dem berühmten „Walk of Fame“. Die Plakette in der Touristenmeile erhielt er für seine Verdienste in der Sparte „Fernsehen“. Ein Film-Stern könnte noch folgen.

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