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16:46 04.08.2009
Yes, he can: Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) möchte Bundeskanzler werden. Quelle: Berthold Stadler/ddp

„Ich habe höhere Ambitionen, ich will Bundeskanzler werden“, sagt er auf einer Pressekonferenz, deren Zulauf auch seinen Konkurrenten Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) zur Ehre gereichen würde. Wobei, „Steinmeier, der is’ raus“, stellt Schlämmer klar.

Rund 30 Kamerateams und Dutzende Journalisten verfolgen im Saal des Hotels „Ritz Carlton“ in Berlin, was Schlämmer, bislang stellvertretender Chefredakteur des fiktiven „Grevenbroicher Tagblatts“ und inzwischen Vorsitzender der Horst Schlämmer Partei (HSP), zu sagen hat. Seine Partei stehe für „Gerechtigkeit insgesamt“, fasst der Vorsitzende knapp zusammen.

Die HSP sei konservativ, links und liberal, „da ist für jeden was dabei“. Schlämmer hat den Wahlsieg fest im Blick: “37 plus - wir sind drin!“ Gelingen soll das mit viel versprechenden Wahlkampfthemen: kostenlose Besuche auf der Sonnenbank und beim Schönheitschirurgen, die Auflösung der Verkehrssünderdatei in Flensburg und die Absenkung des Wahlalters auf zwölf Jahre. Auch ein Grundeinkommen von monatlich 2500 Euro sei vorgesehen, „wie das finanziert werden soll - keine Ahnung!“

Doch Schlämmer hat mehr zu bieten als populistische Wahlversprechen. Auf die aktuellen politischen Fragestellungen weiß er die dringend benötigten Antworten. Schweinegrippe? „Nicht mit uns!“ Wirtschaftskrise? „Ich will keinen Wirtschaftsminister aus unserer Partei, das macht dann einer von den Linken.“ Wie Steinmeier habe auch er einen „Deutschland-Plan“, sagt Schlämmer. Dieser beinhalte, „dass ich vier Millionen Arbeitsplätze nicht schaffe“. Andernfalls müsse er abgewählt werden.

Auf dem politischen Parkett bewegt sich der Quereinsteiger längst wie ein alter Hase. Die provokante Frage, ob er als Kanzler mit seinem Dienstwagen in den Urlaub fahren würde, kontert er lässig: „Ich möchte dann mit Ulla Schmidt in den Urlaub fahren.“ Neben dem politischen Know-how weiß Schlämmer auch zwischenmenschlich zu punkten, charmant zu Frauen und kinderlieb, denn „Kinder sind unsere Zukunft“. Integration sei für ihn das A und O. Er sei selbst als Emigrant nach Grevenbroich gekommen, „denn geboren bin ich in Korschenbroich“.

Bis auf sein Geburtsdatum am 16. Oktober 1957 ist über Schlämmers Privatleben wenig bekannt. Auf die Frage, ob es dunkle Flecken und Frauen in seinem Leben gebe, antwortet er: „Ja, wobei ich Frauen nicht als dunkle Flecken bezeichnen möchte.“ An seiner Seite sitzt die Schauspielerin Alexandra Kamp, die seinem Charisma bei einer Buchlesung erlag und im Falle eines Wahlsiegs als First Lady eingeplant ist. „Horst ist ein Tiger“, sagt sie, „in allen Bereichen“.

Schlämmers vorrangiger Charakterzug ist eine bei Politikern selten schonungslose Offenheit. Homosexuellen stehe er in seiner Funktion als Kanzlerkandidat tolerant gegenüber, aber „privat find ich dat widerlich“. Angesprochen auf seinen Gesundheitszustand samt der Gebrechen „Rücken, Kreislauf, Füße und manchmal Gedächtnis“ sagt Schlämmer: „Länger als vier Jahre halt ich das nicht durch.“

Längst plant der Stratege die Zeit nach der Wahl. Als Wunschpartner für eine Koalition nennt er die Grünen, weil das Programm seiner Partei den “ökologischen Aspekt vergessen“ habe und die Farbe Grün gut mit dem Ocker der HSP harmoniere. Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth bringt er in der „Fango-Koalition“ als potenzielle Außenministerin ins Gespräch.

Schlämmer denkt pragmatisch. „Ich schlafe gern zu Hause“, sagt er, weshalb seine Partei den Umzug der Bundeshauptstadt in Schlämmers Heimatort Grevenbroich erwägt. Auch bei Treffen mit anderen Staatschefs, etwa zum G8-Gipfel, böte sich die 64.000-Einwohner-Stadt als Austragungsort an, „da kann ich selber absperren“.

Seit mehreren Jahren ist Schlämmer die erfolgreichste Figur von Hape Kerkeling. 2006 erhielt er beim Deutschen Comedypreis einen Sonderpreis als bester Komiker. Zu Schlämmers Markenzeichen zählen ein grau-beiger Trenchcoat, eine Herrenhandtasche und ein Schnauzbart. Der Film „Horst Schlämmer - Isch kandidiere“ über den Wahlkampf der HSP kommt am 20. August in die deutschen Kinos - sechs Wochen vor der Bundestagswahl.

ddp

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