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Medien & TV Sechste Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist gestartet
Nachrichten Medien & TV Sechste Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist gestartet
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22:40 14.01.2012
Foto: Fünf der elf Dschungelcamp-Teilnehmer: Micaela Schäfer, Ramona Leiß, Rocco Stark, Kim Debkowski und Radost Bokel.
Fünf der elf Dschungelcamp-Teilnehmer: Micaela Schäfer, Ramona Leiß, Rocco Stark, Kim Debkowski und Radost Bokel. Quelle: dpa
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Köln

Herr Beisenherz, auf welchen Teilnehmer freuen Sie sich am meisten?

Auf Ailton. Den Leoparden-Tanga hat er schon, und auch in seiner aktiven Zeit als Fußballer war er ohnehin zu 80 Prozent Entertainer – auch wenn er nur den Wortschatz einer durchschnittlichen SMS hat. Fürs Auge ist aber auch was dabei.

Meinen Sie etwa Brigitte Nielsen?

Äh, zum Beispiel. Und dann sind da ja noch Micaela Schäfer und Radost Bokel, vielen noch in Erinnerung als „Momo“. Und Ramona Leiß. Mit der holen wir uns die ZDF-Zuschauer.

Alle Infos zur Dschungelshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ im Special bei RTL.de.

Die sechste Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" ist seit Freitag auf RTL zu sehen. Elf „Prominente“ müssen sechzehn Tage lang Dschungelprüfungen und die Kommentare des Moderatorenduos Sonja Zietlow und Dirk Bach über sich ergehen lassen.

Welche Eigenschaften muss ein Teilnehmer erfüllen, um Sie als Gagschreiber zu inspirieren?

Na ja, das sind halt Leute, die schon in der Vergangenheit verhaltensauffällig geworden sind. Und die festgestellt haben, dass das dem medialen Marktwert eher zuträglich ist. Die Kandidaten, die mich am meisten begeistert haben, waren die mit der verzerrtesten Selbstwahrnehmung. Das war sowohl bei Sarah Dingens so als auch bei Peter Bond. Das waren zwei, die eine Aufgabe entweder völlig verrissen oder gar nicht erst antraten – nur um sich selbst vor den anderen zu feiern. Das fand ich spannend.

Spiegeln Ihre Kommentare subjektive Aversionen oder Vorlieben wider?

In erster Linie konzentrieren wir uns auf das, was vor Ort passiert. Und das spitzen wir tatsächlich nur zu. Wenn einer nur bekloppt ist, dann müssen wir ihn auch als bekloppt kennzeichnen. Und wenn jemand sympathisch ist, dann werden wir ihm auch keinen Strick daraus drehen.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf: Die Realität wird im Dschungelcamp gescriptet?

Scripted Reality? Die Teilnehmer konnten sich doch schon in ihrer Erstkarriere keine zwei Sätze merken. Wie kommen Sie denn darauf?

Die „Zufälle“ haben sich in der letzten Staffel gehäuft. Teilnehmer drohten, die Show zu verlassen. Sarah Dingens petzte, dass die Liaison zwischen Indira und Jay Khan nur ein Fake war ...

Ich persönlich habe die letzte Staffel auch wie eine Mischung aus „Inception“ und „Der Herr der Fliegen“ wahrgenommen. Aber wenn selbst der leitende Redakteur zusammen mit den Cuttern vor einem Fernseher sitzt und das Geschehen live wahrnimmt wie ein WM-Finale, dann kann das keine gescriptete Reality sein.

Aber ein bisschen hilft RTL schon nach, oder?

Höchstens mit der Auswahl der Bilder und dem Entzug von Alltagsdrogen wie Zucker und Koffein. Eine Inszenierung ließe die Kürze der Zeit gar nicht zu.

2004, bei der ersten Staffel des Dschungelcamps, riefen viele Zuschauer nach der Medienaufsicht. Inzwischen wurde das Format für den Fernsehpreis nominiert. Was hat diesen Wandel bewirkt?

Für den einen oder anderen mag sich das Format noch als Trash-TV darstellen. Aber viele finden, dass zwischen einigen handfesten Gags auch Intellekt hervorblitzt – und dass die Show sehr gut als Mediensatire funktioniert. Inzwischen gibt es sogar Zuschauer, die sagen: Lasst die Mutproben weg. Macht lieber noch ein paar mehr Sprüche. Der Einschaltimpuls beim Dschungelcamp ist der Humor.

Wo blitzt denn bitte Intellekt hervor?

Wenn jemand im Camp auf der Bambusflöte spielt, werden wir mit Sicherheit behaupten, dass da gerade ein Riesen-Supertalent entsteht.

Wieviel Stunden Arbeit stecken in der Kommentierung einer Folge?

So zwölf bis vierzehn Stunden. Wir fahren gegen 19 Uhr ins Camp und schreiben die ganze Nacht über auf die Sendung hin, die dann morgens um sieben Uhr Ortszeit live ausgestrahlt wird. Es wird mit der heißen Nadel gestrickt.

Das klingt nach Hochleistungssport.

Endlich erkennt das mal einer an! Wir kloppen mehr Nachtschichten als Batman – drei Wochen am Stück, ohne einen Tag Pause dazwischen. Am Ende der Staffel sind wir fast genauso platt wie die Kandidaten im Camp.

Trauen Sie sich nach Staffel-Ende noch, mit den Kandidaten ein Bier zu trinken?

Da die mich in der Regel für so eine Art Beleuchter halten, habe ich damit kein Problem.

Die Fragen stellte Antje Hildebrandt

Beisenherz schrieb auch für Atze Schröder und die „ZDF-heuteshow“. Nach seinem Dschungeleinsatz wird er Chefautor für die neue ZDF-Show der Kabarettistin Monika Gruber („Leute, Leute“).

Sebastian Harfst 13.01.2012
12.01.2012