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16:08 15.12.2008
Windows-Remoteunterstützung, um von Freunde um Hilfe zu erhalten
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Wenn der Rechner einmal nicht so will, wie er eigentlich soll, ist es gut, fachkundige Bekannte zu haben, die man um Hilfe bitten kann. Am Telefon ist das aber nicht ganz einfach: Manche Fehler lassen sich nur schwer beschreiben. Leichter wird es, wenn der Helfer einen Blick auf den Monitor des Problemrechners werfen kann. Das ist unter Vista ganz einfach – selbst wenn der hilfreiche Freund am anderen Ende der Welt wohnt. Was er braucht, sind ein Computer, auf dem mindestens Windows XP läuft, und eine Internetverbindung. Dann kann zwischen den Computern eine Verbindung zur Remoteunterstützung aufgebaut werden, also eine Fernunterstützung. Der Helfer kann von seinem Computer aus sogar die Kontrolle über Ihren Rechner übernehmen.

Um eine Remoteunterstützung herzustellen, müssen Sie Ihrem Bekannten eine entsprechende Einladung schicken. Bedenken Sie: Der Helfer bekommt – wenn Sie es ihm erlauben – Zugriff auf alle Ihre Dateien. Sie sollten also nicht jeden x-beliebigen Computerfachmann einladen, sondern nur Personen, denen Sie vertrauen. Bevor Sie die Einladung verschicken, sollten Sie sich mit dem Helfer verabreden, schließlich müssen Sie beide zeitgleich vor Ihren Rechnern sitzen, wenn es an die Problembehebung geht.

Um eine Einladung zu erstellen, öffnen Sie das Startmenü und wählen Sie dort „Alle Programme anzeigen“ > „Wartung“ > „Remoteunterstützung“ > „Jemanden um Hilfe bitten“. Anschließend haben Sie zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Einladung per E-Mail zu versenden. Wählen Sie die erste Option „Einladung über E-Mail senden“, wenn Sie die Einladung mit ihrer Standardmailanwendung verschicken wollen. Benutzen Sie indes einen Online-Maildienst wie etwa GMX oder Web.de, benutzen Sie die Option „Die Einladung als Datei speichern“. In diesem Fall müssen Sie noch festlegen, wo die Datei gespeichert werden soll, die Sie Ihrem Helfer später als Anhang einer E-Mail schicken. In beiden Fällen müssen Sie ein Kennwort für die Verbindung eingeben, das Sie Ihrem Helfer telefonisch oder per E-Mail mitteilen. Wenn Sie das Kennwort per E-Mail verschicken, sollten Sie dazu keinesfalls dieselbe E-Mail benutzen, mit der Sie die Einladung verschicken. Landet diese Nachricht durch einen Tippfehler beim falschen Empfänger, laufen Sie Gefahr, dass jemand anderes die Einladung nutzt und auf Ihren Rechner zugreift.

Nach Eingabe des Kennworts klicken Sie auf „Fertigstellen“. Verschicken Sie die Einladung mit Ihrem Standardmailprogramm, öffnet sich nun eine neue E-Mail, in der Sie nur noch die Adresse des Empfängers einfügen müssen, bevor Sie sie verschicken. Die Einladung ist automatisch als Anhang beigefügt worden. Benutzen Sie einen Webmailer, müssen Sie die gespeicherte Einladungsdatei suchen und per Mail verschicken.

Es öffnet sich nun das Programm zur Remoteunterstützung. Das wartet darauf, dass Ihr Helfer die Verbindung herstellt. Dazu muss er das Programm ausführen, das Sie ihm gerade per E-Mail gesendet haben. Während Sie darauf warten, dass der Helfer an Ihrem Rechner andockt, sollten Sie die Einstellungen des Programms aufrufen. Dort können Sie unter anderem festlegen, in welcher Bildqualität der Helfer Ihren Bildschirm angezeigt bekommt. Bei der vorgewählten Einstellung der Bandbreitenverwendung von „Mittelhoch“ sieht der Helfer alles so, wie Sie es sehen. Lediglich der Inhalt von Fenstern wird ausgeblendet, wenn sie verschoben werden. Für diese Einstellung sollten beide Seiten mit einer schnellen DSL-Verbindung im Internet unterwegs sein. Ansonsten wird Ihr Helfer die Geschehnisse auf Ihrem Computer nur mit erheblicher Zeitverzögerung sehen können. Wenn Sie die Qualität auf „Mittel“ reduzieren, wird das Hintergrundbild deaktiviert, bei der Auswahl „Niedrig“ wird überdies die Farbqualität reduziert. Sind Sie via ISDN mit dem Internet verbunden, sollten Sie die niedrigste Stufe wählen.

Achten Sie darauf, dass in den Einstellungen die Option „ESC-Taste zur Freigabesteuerung verwenden“ ausgewählt ist. Denn oft ist es sinnvoll, wenn der Helfer die Steuerung über Ihren Rechner übernimmt. Er kann dann von seinem Computer aus Ihren Rechner fernsteuern – die Maus bewegt sich dann wie von Geisterhand über Ihren Monitor. Sollte Ihr Helfer etwas unternehmen, das keineswegs Ihre Zustimmung findet, können Sie ihm über einen Druck auf die Esc-Taste (Esc=Escape, zu Deutsch: „entkommen“) die Steuerung entziehen. Die Sitzung wird dann umgehend beendet.

Hat Ihr Helfer die Einladung angenommen und aufgerufen, wird zwischen den Rechnern eine verschlüsselte Verbindung hergestellt. Bevor die aber zustande kommt, meldet sich Vista noch einmal bei Ihnen und fragt nach, ob die Verbindung tatsächlich zugelassen werden soll. Während der Remoteunterstützung können Sie sich mit Ihrem Helfer über eine Chatfunktion des Programms unterhalten. In der Regel ist es aber hilfreicher, wenn Sie während des Vorgangs miteinander telefonieren – das geht einfach schneller.

Ihr Helfer wird während der Remoteunterstützung wahrscheinlich Administratorrechte benötigen. Die müssen Sie ihm allerdings erst einräumen – an entsprechender Stelle erscheint ein Kontrollkästchen, über das Sie Ihre Zustimmung erteilen können. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie selbst mit Administratorrechten angemeldet sind oder zumindest Benutzername und Kennwort eines Administrators kennen.

von Michael Pohl, Sascha Aust und Marcus Schwarze