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Medien & TV Spiegel-Verlag muss 15 Millionen Euro sparen
Nachrichten Medien & TV Spiegel-Verlag muss 15 Millionen Euro sparen
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00:22 20.06.2015
Um 15 Millionen Euro wird der Spiegel-Verlag in den kommenden beiden Jahren die Kosten senken müssen. Quelle: dpa
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Hamburg

Noch nie musste der Spiegel derart sparen, noch nie war der Druck, neue Erlösquellen zu finden, derart hoch. So sanken die Umsätze der Spiegel-Gruppe seit 2007 um ein Fünftel auf 285 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern gar um die Hälfte auf 25 Millionen Euro im Jahr 2014.

Um 15 Millionen Euro wird das Haus daher in den kommenden beiden Jahren die Kosten senken müssen. Das kündigten Geschäftsführer Thomas Hass und Chefredakteur Klaus Brinkbäumer am Mittwoch in Hamburg an.

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Die Entscheidung über die konkreten Maßnahmen sollen zwar erst im Herbst fallen. Denkbar ist jedoch alles: Umzüge von Auslandskorrespondenten in günstigere Räumlichkeiten, wovon auch das Berliner Büro betroffen ist, bis hin zu Auslagerungen ganzer Geschäftsbereiche und betriebsbedingten Kündigungen.

Pläne für digitale Abendzeitung

Mit 70 Prozent macht der Personalaufwand ohnehin den größten Kostenanteil aus. Parallel hat der Spiegel-Verlag 15 sogenannte Wachstumsprojekte definiert. Dazu gehören der Plan für eine digitale Abendzeitung, die vor den E-Paper-Ausgaben etwa der „Süddeutschen Zeitung“ erscheint, die Modernisierung der „Spiegel“-App, der Ausbau des englischsprachigen Angebots von „Spiegel Online“, ein täglicher Newsletter, der Aufbau einer Spiegel-Akademie und selbstverständlich die Einführung eines Bezahlsystems.

Dabei schließt Brinkbäumer aus, dass das gewohnte Angebot von „Spiegel Online hinter einem Schloss verschwindet. Ziel des „Agenda 2018“ getauften Konzepts ist es, die Umsätze und Gewinne dauerhaft zumindest zu stabilisieren und den bisher noch wie ein mittelständisches Haus aus den 1980er Jahren aufgestellte Verlag zu einem multimedialen Unternehmen umzubauen. Nebenbei geht damit ein Kulturwandel vonstatten, der intern zu mehr Zusammenarbeit und extern zu mehr Nähe zu den Lesern führen soll.

Von Ulrike Simon

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