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ermittelt gegen Google
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ermittelt gegen Google
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19:47 19.05.2010
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach der jüngsten Datenpanne gegen Google.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach der jüngsten Datenpanne gegen Google. Quelle: afp
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Das Verfahren richte sich gegen namentlich nicht bekannte Mitarbeiter von Google Deutschland, sagte Behördensprecher Wilhelm Möllers. „Es geht um den Verdacht des Abfangens von Daten.“

Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob es einen „belastbaren Anfangsverdacht“ gebe. „Es ist völlig offen, ob wir in tiefere Ermittlungen einsteigen“, sagte Möllers. Bei seinen Kamerafahrten für das umstrittene Internet-Programm Street View hatte Google auch WLAN-Netze katalogisiert. Daten, die über ungesicherte Netze gesendet wurden, hat Google dabei miterfasst und gespeichert. Bei einer ersten Kritik an der Funknetz-Scan-Aktion hatte Google noch behauptet, keine Nutzdaten („payload data“) zu speichern.

Vertreter von Google und der Datenschutz-Behörden trafen sich am Mittwoch, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar begrüßte, dass der Suchmaschinenkonzern reagiert und das WLAN-Scanning sofort eingestellt habe. Gleichzeitig kritisierte Caspar das Unternehmen scharf: „Google hat hier Grenzen überschritten und das Recht von zigtausenden Bürgerinnen und Bürgern auf informelle Selbstbestimmung missachtet.“

Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte eine umfassende Aufklärung gefordert, unter anderem mit Blick auf die in den Autos eingesetzte Lasertechnik. Google-Sprecher Kay Oberbeck wies unterdessen darauf hin, dass bereits vor fünf Jahren bei Start der Streetview-Fahrten darüber informiert worden ist, dass für die Fotos Lasertechnik eingesetzt wird. Entsprechende Medienberichte aus damaliger Zeit belegen seine Hinweise. Google habe hierzu nichts verheimlicht, betonte der Sprecher.

dpa / msc

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