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Medien & TV Staatsanwaltschaft ermittelt gegen RTL
Nachrichten Medien & TV Staatsanwaltschaft ermittelt gegen RTL
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13:58 09.08.2016
Beamte der Polizei in Köln wurden von einer eigenen Kollegin bespitzelt - offenbar im Auftrag von RTL. Quelle: dpa/Symbolfoto
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Köln

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt nach Medieninformationen gegen den Privatsender RTL. Es geht um den Vorwurf einer verbotenen Recherche mithilfe einer versteckter Kamera gegenüber Polizisten. Das berichten der Branchendienst kress.de und der Kölner Stadtanzeiger.

Im Zentrum der Affäre steht eine 26-jährige Polizistin, die mit einer RTL-Journalistin und einem Kameramann zusammen gearbeitet haben soll. Die junge Komissarin soll seit etwa zwei Monaten die Beamten einer Hundertschaft mit Minikamera und Mikrofon bespitzelt haben.

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Polizistin steht vor der Entlassung

Monatelang, so der Vorwurf, soll sie dienstliche und private Gespräche mitgeschnitten haben, ehe die Aktion in der vergangenen Woche aufflog. RTL hat die Zusammenarbeit mit der Polizistin bereits eingeräumt - im Zuge "investigativer Recherchen über die Arbeitsbedingungen bei der Polizei."

Laut Kölner Stadtanzeiger ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft gegen die Beamtin, die sich noch in der Probezeit befindet, sowie eine Journalistin des Senders und einen freien Kameramann wegen Verletzung von Privatgeheimnissen beziehungsweise Beihilfe oder Anstiftung dazu. Die Wohnungen von zwei Reportern wurden am Montag durchsucht. Zudem ließ der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies mehrere Diensträume auf Abhörwanzen untersuchen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger kritisierte das Verhalten der 26-Jährigen. Was die Beamtin getan habe, sei ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre ihrer Kollegen. „Das muss disziplinarische Konsequenzen haben", sagte Jäger dem Kölner Stadtanzeiger. Das ist mitlerweile geschehen: Gegen die Polizistin wurde ein Entlassungsverfahren eingeleitet.

RTL hat Material der Polizei übergeben

Ein RTL-Sprecher erklärte auf Nachfrage von kress.de, man habe den polizeilichen Alltag im Licht der "größeren Herausforderungen" sowie "Übergriffe und Respektlosigkeiten gegenüber Polizisten im Einsatz" dokumentieren wollen.

Für welche Sendung der Beitrag geplant war, verschweigt RTL. "Ausdrücklich nicht" soll es sich um das investigative Format "Team Wallraff" gehandelt habe.

Darüber hinaus will sich RTL vorerst nicht weiter zu den Vorwürfen äußern. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, hat der Sender mittlerweile das brisante Material an die Polizei übergeben, "offenbar, um selbst einer Razzia im Sender zu entgehen", wie der Mediendienst Kress vermutet.

zys/RND

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