Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Die Zombie-Apokalypse geht weiter
Nachrichten Medien & TV Die Zombie-Apokalypse geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:28 30.10.2015
Free-TV-Premiere: RTL II zeigt ab Sonnabend (23.15 Uhr) die fünfte Staffel der US-Erfolgsserie "The Walking Dead". Quelle: RTL II
Anzeige
Berlin

Der Überlebenskampf geht weiter, immer weiter. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Nie sind die Serienhelden um Ex-Polizist Rick (Andrew Lincoln) vor den Zombies sicher, nie können sie sich auch nur ein wenig ausruhen. Ganz anders ergeht es den Millionen Fans der US-Erfolgsserie "The Walking Dead". Nach dem Ende einer Staffel müssen sie bis zu einem Jahr ausharren, um zu erfahren, wie es weitergeht. Immer erst im Herbst werden ihnen neue Episoden serviert. Doch das Warten hat sich - wieder einmal - gelohnt.

Pünktlich zum Gruselfest Halloween beginnt RTL II an diesem Samstag (31.10.) mit der deutschen Free-TV-Premiere der fünften Staffel; das Finale folgt bereits eine Woche später (8.11). Zuvor wurden in den vergangenen Wochen alle bisherigen Folgen noch einmal wiederholt. So konnten sich die alten Fans in die richtige Stimmung bringen und mögliche Neulinge das Seriengeschehen aufholen.

Anzeige

Die Ausgangslage ist relativ schnell erzählt: Ein rasant um sich greifendes Virus hat die Menschheit erfasst. Wer stirbt, wird zum Zombie; wer von einem Zombie gebissen wird, ebenfalls. Die menschliche Zivilisation ist weitgehend zerstört. Eine kleine Gruppe Menschen kämpft in dieser apokalyptischen Welt ums Überleben.

Denn die Zombies können jederzeit zubeißen, Tod und Verderben mit sich bringen. Doch nicht nur die: Menschen bedrohen Menschen - unterdrücken, foltern, morden. Ein Kampf jeder gegen jeden. Und diesen Kampf scheinen die Serienhelden um Rick und Daryl (Norman Reedus) nun endgültig verloren zu haben. Denn die Fremden in der verheißenen Zufluchtsstätte "Terminus" sind keine Heilsbringer, die eine neue Zivilisation für alle aufbauen wollen, sondern auch nur Getriebene, denen allein das eigene Überleben am Herzen liegt - und die ein funktionierendes Schlachthaus betreiben...

Der Mensch ist sich der größte Feind

Selbst Geistliche wie Vater Gabriel, der einigen Überlebenden seine entlegene Kirche als Unterschlupf anbietet, tragen in dieser Welt keine weiße Weste unter dem Talar. Bleibt als Hoffnungsträger der selbst proklamierte Seuchenspezialist Eugene. Er muss unbedingt nach Washington, um die Menschheit zu retten. Doch kann man - kann er - die Menschheit wirklich (noch) retten?

Eine Frage, die sich als roter Faden durch die Serie zieht und aus der sie ihre Faszination schöpft. Sicher, Zombies sind nichts Neues, haben Fernseh- und Kinozuschauer bereits vor Jahrzehnten das Gruseln gelehrt. Nie aber so komplett und komplex wie in "The Walking Dead". Denn die Bedrohung der Menschheit geht nur zu einem Teil von den Untoten aus, der Mensch selbst ist sich der größte Feind.

Selbst die Guten werden härter

Die Zombies funktionieren vor allem als Katalysator, um das Schlechteste aus unserer Spezies hervorzubringen. Eine Zahl macht das deutlich: In Staffel drei starben 17 Menschen - drei wurden von Zombies umgebracht, der Rest von Artgenossen.

Kannibalismus, Machtmissbrauch, Brutalität, Fremdenhass: Wer nicht zur eigenen Gruppe gehört, dem wird im besten Fall misstraut, im schlimmsten Fall der Garaus gemacht. Selbst die Guten - wie Rick, Daryl oder Carol (Melissa McBride) - werden zunehmend härter, selbstgerechter und brutaler. Wen kümmern schon Menschenrechte, wenn es ums nackte Überleben geht? Eine böse Parabel für das reale, äußerst konfliktreiche 21. Jahrhundert, die die Serienmacher um Produzent Frank Darabont und Comiczeichner Robert Kirkman denjenigen Fans anbieten, die das rauslesen wollen.

Weiterhin ein Quotenbringer

Doch darf man eine Zombieserie weder in ihrer gesellschaftlichen Wirkung überhöhen noch sie zu ernst nehmen. Die Produktion des US-Bezahlsenders AMC ist vor allem eines: Sehr gut gemachte Unterhaltung für Erwachsene, die Blut und Gewalt abkönnen. Die gerne mit ihren Helden mitzittern. Und die immer wieder vom plötzlichen Serientod eines Hauptcharakters schockiert werden - was wiederum den Langzeitreiz der Serie ausmacht.

Und der könnte noch lange andauern. In den USA (und fast zeitgleich in Deutschland beim Bezahlsender Fox) läuft derzeit bereits die sechste Staffel, in wöchentlicher Ausstrahlung bis ins Frühjahr 2016. Sie ist weiter ein Quotenbringer: Mehr als 14 Millionen US-Bürger sahen den Auftakt vor gut zwei Wochen. Bei RTL II lockte die Serie im vergangenen Jahr im Schnitt eine Million Zuschauer an, was gut sieben Prozent Marktanteil brachte - fast doppelt so viel wie der derzeitige Durchschnittswert des Privatsenders.

Von Patrick T. Neumann

29.10.2015
Medien & TV Neue Folgen von „Downton Abbey“ - Adel vergiftet
29.10.2015
28.10.2015