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Medien & TV „Nach der Sendung fahre ich Achterbahn“
Nachrichten Medien & TV „Nach der Sendung fahre ich Achterbahn“
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00:16 17.06.2014
Seit 2005 moderiert Mross "Immer wieder sonntags". Quelle: dpa
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Herr Mross, Sie moderieren im zehnten Jahr die ARD-Showreihe „Immer wieder sonntags“. Stimmt es, dass Sie damals ursprünglich absagen wollten?
Ich wollte nicht nur absagen, ich habe sogar abgesagt, und die Unterhaltungschefs sind ziemlich erschrocken. Aber mir hat das Format, so wie es damals war, einfach nicht gefallen. Ich habe denen ins Gesicht gesagt, dass es meines Erachtens eine billige Kopie des ZDF-„Fernsehgartens“ ist und dass wir das Ganze umstellen müssen. Ich habe dann Ideen einbringen dürfen, und so ist ein Konzept entstanden, mit dem ich heute sehr glücklich bin.

Stefan Mross

Geboren 1975 in Traunstein in Österreich, wurde als 13-Jähriger von Karl Moik entdeckt. 2006 bis 2012 war er mit seiner Kollegin Stefanie Hertel verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Nach der Trennung gab es Gerüchte, die Beziehung sei arrangiert gewesen. Mehrfach gab es Gerüchte, Mross könne auch nicht Trompete spielen. Der Trompetenkrieg beschäftigte sogar das Frankfurter Landgericht. Seit 2005 moderiert Mross die ARD-Show „Immer wieder sonntags“, die morgen um 10 Uhr im Ersten in die zehnte Saison startet.

Und das ja auch sehr populär ist. Was ist das Erfolgsrezept?
Bei uns wird nicht über Hausapotheke, Gartentipps und Modetrends gesprochen, es ist ein ganz moderner Frühschoppen. Es wird in deutscher Sprache gesungen, das ist ein ganz wichtiger Punkt, das Ganze verbunden mit kurzweiligen Moderationen, Comedy und Sketchen – das kommt sehr gut an bei den Leuten.

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Aber holen Sie mit diesem Mix auch jüngere Zuschauer ab?
Das treue Publikum, das sind seit vielen Jahren Leute wie meine Mama. Warum soll ich die vor den Kopf stoßen und verkrampft einen auf jung machen? Nur weil momentan der Trend so ist? Lass den Trend so sein. In anderen Sendungen ist jeder immer nur auf die jungen Zuschauer aus, jeder möchte ein bisschen Andreas Gabalier oder Helene Fischer sein, aber das ist völliger Quatsch, weil das einzigartige Marken sind. Ich habe überhaupt kein Problem mit älteren Zuschauern, im Gegenteil.

Sie müssen in der Show sonntagmorgens auf Knopfdruck gute Laune versprühen. Wie bringen Sie sich in Stimmung?
Das weiß ich selber nicht (lacht). Ich bin eigentlich ein Musiker und als solcher ein Morgenmuffel – spät ins Bett gehen und lang ausschlafen. Aber ich habe eine Tochter, die schon zwölf Jahre alt ist, und eine Tochter, die sechs Monate ist, daher hat sich mein Leben schon lang umgedreht, und ich stehe sowieso jeden Tag um sechs, halb sieben auf. Das hätte ich mir mit 20 nicht vorstellen können, dass ich so früh am Morgen mal völlig fit bin.

Wenn die Show beendet ist, benutzen Sie dann die Attraktionen des Europa-Parks in Rust, wo das Ganze stattfindet?
Vor zehn Jahren noch um einiges öfter. Mittlerweile eher weniger. Aber nach jeder Sendung fahre ich mindestens ein- oder zweimal Achterbahn, weil das für mich ein Resetknopf ist, das pustet den Kopf frei. Dann geh ich ins Hotel, steige unter die Dusche, leg mich noch mal eine halbe Stunde hin, und dann fahr ich meine 600 Kilometer nach Hause.

Da Sie ja regelmäßig von Ihrer bayerischen Heimat in den Europa-Park pendeln und zusätzlich oft auf Tournee sind: Kann Ihr Punktekonto in Flensburg etwa dem von Joachim Löw Konkurrenz machen?
Nein, das kann ich ehrlich sagen: Ich habe null Punkte in Flensburg. Ich würde es zugeben, wenn es anders wäre.

Hätten Sie im Jahr 2005 eigentlich gedacht, dass Sie so lange bei „Immer wieder sonntags“ durchhalten würden?
Die Arbeit ist über den Sommer natürlich schon sehr intensiv, wir senden ja jeden Sonntag live. Damals haben viele Leute gesagt: Dem Mross geben wir maximal fünf Sendungen, und dann ist der Kerl Geschichte. Ich kam ja damals frisch aus dem sogenannten Trompetenkrieg heraus.

Das war der Rechtsstreit um die Frage, ob Sie überhaupt Trompete spielen können …
Genau, das zog sich ja über zwölf Jahre. Ich war damals an einem Punkt, ganz mit der Karriere aufzuhören, ich hatte keinen Bock mehr und wollte alles hinschmeißen. Als ich die Sendung übernehmen durfte, war das für mich eine Botschaft, dass es Leute gibt, die sagen: „Wir pfeifen auf den Trompetenkrieg, wir wissen, was der Mross kann.“

Ihre Karriere begann vor 25 Jahren. Stimmt die Geschichte, dass Sie als 13-jähriger Trompeter von Karl Moik entdeckt wurden?
Na klar, da war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich habe beim Schwager von Karl Moik, der ein Freund unserer Familie ist, auf einer Hochzeit gespielt. Rein privat. Ich habe nur zehn Minuten Trompete gespielt und ein paar Witze erzählt, das war’s. Wenn ich gewusst hätte, dass Karl Moik auf dieser Hochzeit ist, hätte ich wohl keinen Ton herausgebracht, sein „Musikantenstadl“ war ja damals ein Straßenfeger, und bei uns war jeder Fan von ihm. Während ich gespielt habe, kam er in den Festsaal, und ich muss im Nachhinein sagen: Ich bin ziemlich cool geblieben. Das war der Anfang meiner Karriere – fünf Minuten, die mein Leben verändert haben.

Würden Sie heute wieder alles genauso machen, oder wären Sie im Nachhinein betrachtet doch lieber Kfz-Mechaniker geworden?
Während des Trompetenkriegs dachte ich zwar: „Jetzt bin ich auf die Schnauze gefallen, jetzt will ich in ein normales Leben.“ Aber ich habe mich durchgebissen. Ich würde jeden Millimeter wieder genauso machen, wenn ich noch einmal die Wahl hätte.

Interview: Cornelia Wystrichowski

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