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Medien & TV Sylvie van der Vaart moderiert RTL-Tanzshow „Let’s Dance“
Nachrichten Medien & TV Sylvie van der Vaart moderiert RTL-Tanzshow „Let’s Dance“
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19:18 21.03.2011
Käse aus Holland? Nicht doch: Sylvie van der Vaart wird Moderatorin bei „Let’s Dance“. Quelle: dpa

Und wieder eine Holländerin, die im deutschen Fernsehen eine Show moderiert – etwas muss dran sein am besonderen Verhältnis der Deutschen zu den Niederländern in Sachen Fernsehunterhaltung: Am Mittwoch tritt Sylvie van der Vaart (32), bisher nur als Jurorin im Schatten von Dieter Bohlen bei der RTL-Show „Das Supertalent“ im Einsatz, ihren Dienst als Moderatorin der Tanzshow „Let’s Dance“ an. Lange war sie nur „die Frau von ...“, nämlich von Fußballspieler Rafael van der Vaart, nun ist er eher „der Mann von ...“. Damit tritt Sylvie van der Vaart in die Fußstapfen einer ganzen Reihe in Deutschland erfolgreicher TV-Holländer, von Lou van Burg, Rudi Carrell, Marijke Amado („Mini Playback Show“), Harry Wijnvoord („Der Preis ist heiß“) bis zu Linda de Mol („Traumhochzeit“).

Eigentlich kann man sogar noch weiter zurückgehen. Denn der Erste, der die Deutschen mit der sanften holländischen Aussprache vertraut gemacht hat, war Johannes Heesters („Ich knupfte manche ssarte Bande ...“). Dieser charmante Akzent scheint auch schon eine der Hauptursachen des Erfolges zu sein. Den meisten Deutschen gefällt vielleicht nicht das gurgelnde Holländisch selbst, wohl aber das vom holländischen Akzent weich gespülte Deutsch. Ein Holländer kann vermutlich nicht „Stillgestanden!“ rufen, und das gefällt uns.

Rudi Carrell (1934–2006) wusste das sehr genau und hat deshalb nie richtig Deutsch gelernt, obwohl er 40 Jahre in Deutschland gewohnt hat. Sylvie van der Vaart muss sich in dieser Hinsicht auch keine Sorgen machen. Sie erhöht ihren Drolligkeitsfaktor durch Sätze wie: „Das war ein Party!“

Der zweite Trumpf der siegenden Holländer ist die ihnen nachgesagte Lockerheit. Vermutlich rührt diese Vorstellung im Ursprung daher, dass jeder Deutsche mal einen Holländer auf dem Campingplatz getroffen hat, der sich gleich mit Vornamen vorstellte und fragte: „Hast du mal etwas Milch voor meine Koffie?“ Und ist es nicht auch so, dass die holländische Königin mit dem Fahrrad zum Einkaufen fährt? Nein, das ist nicht so. Aber wenn es so wäre, würde es die Deutschen nicht überraschen. Andererseits war gerade Rudi Carrell alles andere als locker. In Wahrheit war er ein Perfektionist, der zu seinen besten Zeiten einen Wutanfall bekam, wenn die anderen nicht genauso gut vorbereitet waren wie er. Sein scheinbar entspanntes Auftreten vor der Kamera beruhte auf extrem guter Vorbereitung. Dazu kam eine gewisse Courage, die in Deutschland zunächst als „Flapsigkeit“ ausgelegt wurde. In den sechziger Jahren, als die deutsche Fernsehunterhaltung noch eine Mischung aus Bildungsbürger-Quiz und buntem Abend war, wagte der Schlaks mit dem Überbiss und dem zerknautschten Gesicht als Erster auch mal einen zynischen Witz. 1987 löste er mit einem Spot über Ayatollah Khomeini in „Rudis Tagesshow“ eine diplomatische Krise und Demonstrationen in Teheran aus.

An die lockeren Sitten der holländischen Gastarbeiter hatten sich die Deutschen anfangs erst gewöhnen müssen. Lou van Burg (1917–1986) musste 1967 die Moderation der sensationell erfolgreichen ZDF-Show „Der Goldene Schuß“ abgeben, nachdem bekannt geworden war, dass seine TV-Assistentin Marianne ein Kind von ihm erwartete. Für Onkel Lou bedeutete das die Höchststrafe – neun Jahre Butterfahrten.

FC-Bayern-Trainer Louis van Gaal hat das fest gefügte Bild von der Lockerheit des tapferen kleinen Volkes hinter den Deichen wohl stärker erschüttert als alle Rechtspopulisten von Pim Fortuyn bis Geert Wilders. Nachdem van Gaal in einem Interview erwähnt hatte, dass ihn seine Kinder siezen müssten, bekam der Berliner Korrespondent einer holländischen Zeitung privat zum ersten Mal negative Reaktionen zu seiner Nationalität. Aber nun ist ja bald alles wieder in Ordnung: Louis geht, Sylvie kommt. Und dann stimmt auch das Klischee wieder.

„Let’s Dance“ – RTL-Tanzshow mit Sylvie van der Vaart, morgen um 20.15 Uhr.

Christoph Driessen

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