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Medien & TV „Tagesschau“ kommt auf das Handy
Nachrichten Medien & TV „Tagesschau“ kommt auf das Handy
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16:58 21.12.2010
Von Imre Grimm
Tagesschau Sprecher Jens Riewa auf der Cebit. Ab sofort soll es die „Tagesschau“-App geben. Quelle: Rainer Surrey
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Die „Tagesschau“-App soll die Nachrichten des Ersten nach den Wünschen der NDR-Oberen auf das Smartphone bringen. Ab sofort soll die App nun tatsächlich kostenlos zur Verfügung stehen – sowohl für iPhone-Nutzer als auch für Android- und Blackberry-Kunden. Smartphone-Besitzer könnten „ohne viele Klicks auf verlässliche News mit dem Qualitätssiegel ,Tagesschau‘ zugreifen“, hieß es in Hamburg.

Deutsche Verlage und private Fernsehsender sehen durch die ­gebührenunterstützte Ausweitung der ARD-Netzaktivitäten ihre eigenen Geschäftsmodelle im Markt für mobile Inhalte gefährdet und sprechen von „Wett­be­werbsverzerrung“. Man droht mit Klagen. Die ARD beeilte sich daher am Montag zu versichern, dass das Angebot „keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung“ biete. Tatsächlich ist die „Tagesschau“ im Netz bereits seit 1999 mobil abrufbar.

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Weite Teile der offiziellen Pressemitteilung lesen sich wie eine Verteidigungsschrift. Man rechnet in Hamburg offenbar mit Protesten. Für die App seien lediglich einmalige Entwicklungskosten angefallen, weitere zusätzliche „finanzielle Aufwände“ entstünden in der Redaktion nicht. Im Übrigen sei die „Softwareoptimierung“ vom Telemedienkonzept abgedeckt.

Das wiederum sei im Dreistufentest – den alle digitalen Angebote von ARD und ZDF durchlaufen müssen – geprüft und genehmigt worden. Munter weist die ARD außerdem auf ­diverse Medienanbieter hin, die bereits Gratis-Apps anböten. „Tagesschau.de schließt damit zu mobilen Konkurrenzangeboten auf“, sagte Kai Gniffke, erster Chefredakteur von „ARD-aktuell“. NDR-Intendant Lutz Marmor sagte, die neue App sei „ein zeitgemäßer Service“. Er versicherte – vor allem in Richtung der Verlegerverbände –, dass künftig nicht alle ARD-Apps kostenlos seien.