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08:45 25.07.2013
Oliver Kalkofe (l.) und Peter Rütten präsentieren ab Freitag „die schlechtesten Filme aller Zeiten“ auf Tele 5. Quelle: dpa
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München

Eines besitzt Tele 5 auf jeden Fall: Humor. Das hat der kleine Münchener Privatsender, der auf den Programmlisten der meisten TV-Zuschauer wohl eher weit hinten zu finden ist, auch schon zum letzten Weihnachtsfest bewiesen. Während die übermächtige Konkurrenz wie alle Jahre wieder auf große Hollywoodproduktionen oder populäre Herz-Schmerz-Kost gesetzt hat, hat Tele 5 in einem Trailer selbstironisch reißerisch angekündigt: „Der größte Schrott zum Fest“. Und dieses ungewöhnliche Versprechen hielt man dann auch ein – mit merkwürdigen Filmen wie „Palast der Schatten – Tödliche Intrigen am Hof der Kaiserin“, „Ironheart – Richard Löwenherz und die Kinder Gottes“ oder „Blood & Flowers – Der Wächter des Königs“. Doch selbst eine solch festliche Negativauswahl lässt sich noch steigern.

Von dieser Woche an zeigt Tele 5 an zwölf Freitagen um 22.15 Uhr die Reihe „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“. Ausgewählt haben die Filmunfälle „Mattscheiben“-Terminator Oliver Kalkofe und der selbst ernannte „TV-Bullshit“-Experte Peter Rütten. „Gute Filme“, sagt Kalkofe, „will jeder zeigen. Aber schlechte? Traut sich nur Tele 5, und da ist man sogar stolz darauf!“

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Aber die schlechten Filme werden nicht bloß gesendet. Sie sollen, das verspricht jedenfalls mit heiligem Ernst Tele 5, „im stilechten Ambiente einer Berliner Filmkunst-Videothek“ von Kalkofe und Rütten angekündigt werden. In den Werbepausen wollen die zwei dann einzelne Szenen mit „gebotenem Respekt“ sezieren, „nuancierte Darsteller-Leistungen“, „Subtexte“ und versteckte Botschaften herausfiltern. Außerdem wollen sie dazu thematisch passende Cocktails servieren. „Ich sage es ganz offen: Bei diesen Filmen kann Alkohol sehr wohl nützlich sein!“, sagt Kalkofe. „Wir möchten niemanden zum unkontrollierten Saufen animieren, aber ein maßvolles Besäufnis kann theoretisch dabei helfen, die Birne auf die passende Betriebstemperatur vorzuglühen.“

Eröffnet wird die Reihe gleich mit einem (der Kalauer muss sein) Hailight – „Supershark“: Nach einem schlimmen Unfall bei einer Ölbohrung treibt an der kalifornischen Küste ein prähistorischer Riesenhai sein mörderisches Unwesen. Er zerstört nicht nur eine Bohrplattform, sondern auch ein U-Boot, pflückt sich mit Riesensprüngen Kampfjets vom Himmel und frisst auf seinen Flossen über den Strand laufend jede Menge Badeurlauber. Aber dieses gigantische Ungeheuer hat auch seine guten Seiten: Darsteller, die besonders schlecht agieren und dabei noch schlechtere Dialoge aufsagen, werden allesamt nach wenigen Minuten vom Killerhai gnadenlos verschlungen. Selbst das gegen ihn eingesetzte Militär sieht anfangs alt aus – trotz, wie es tatsächlich im Film heißt, „einer neuen Geheimwaffe für den Afghanistan-Krieg“: einem auf vier Beinen gehenden Panzer, über den sich die Taliban bestimmt totlachen würden. Natürlich wird der Killerhai am Schluss in die ewigen Jagdgründe für Filmmonster geschickt.

Inszeniert, geschrieben und produziert hat den Film Trash-Legende Fred Olen Ray, dem – so steht’s auf dem DVD-Cover des Films – Regisseur von „Bikini A Go Go“, „Bikini Round-Up“, „Bikini Chain Gang“, „Ghost in a Teeny Bikini“, „Super Ninja Bikini Babes“ und „Bikini Pirates“. Und „Bikini Babes“ gibt’s auch reichlich in dem inhaltlich wie formalen Filmdesaster „Supershark“. Nach diesem für Freunde der unfreiwillig komischen Filmkost vielversprechenden Auftakt folgen dann „Knochenbrecher im Wilden Westen“ (2. August), „Thron des Feuers“ (9. August), „Piranhas“ (16. August) und „Cherry 2000“ (23. August). Im Programm ist aber auch John Travoltas wahnwitzig schlechter Scientologen-Sci-Fi-Film „Battlefield Earth“.

Wer allerdings fehlt, ist der Dauergast auf den gerade im Internet so beliebten Listen miserabler Filme: Uwe Boll, der als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ gilt. Für seine Nicht-Berücksichtigung in der Tele-5-Reihe hat sich Boll inzwischen in einer Videobotschaft bei Kalkofe und Rütten bedankt – und dabei gleich mit seinem neusten Film, „Assault on Wall Street“ gedroht. In dem Werk, sagt er, werden Banker erschossen. Und das sei „ein Thema, was viele Leute begeistern wird“.

Ernst Corinth

„Die schlechtesten Filme aller Zeiten“, Tele 5, ab Freitag, 22.15 Uhr.

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