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Medien & TV Trittbrettfahrer gibt sich als Mobbing-Site-Betreiber aus
Nachrichten Medien & TV Trittbrettfahrer gibt sich als Mobbing-Site-Betreiber aus
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14:30 27.05.2011
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Der als mutmaßlicher Betreiber der Mobbing-Site isharegossip.com gefasste Täter war nur ein Trittbrettfahrer. Der 25 Jahre alte Lübecker habe aus finanziellen Gründen behauptet, der Betreiber der Internetseite zu sein, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag über den Stand der Ermittlungen. Er habe das massive Interesse für sich nutzen wollen und gehofft, die Story an die Medien verkaufen zu können.

Er sei arbeitslos und „steht finanziell nicht so gut dar. Das war wohl seine Motivation“, sagte Badle. Die Internetseite war mit öffentlichen Hetzbeiträgen ihrer meist jungen Nutzer mit derben Beleidigungen in die Schlagzeilen geraten.

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Der 25-Jährige war am Donnerstag in Lübeck festgenommen worden, seine Wohnung wurde durchsucht. Als sich bei der Vernehmung in der Nacht herausstellte, dass der Mann nichts mit der Mobbing-Site zu tun habe, sei er am Freitagmorgen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Verdächtige war Anfang der Woche im Privatfernsehen aufgetreten und hatte behauptet, er betreibe die Gerüchte-Seite und habe damit Millionen Euro verdient. Daraufhin hatte die Generalstaatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Volksverhetzung erwirkt.

Die Internetseite war mit öffentlichen Hetzbeiträgen und derben Beleidigungen gegen Jugendliche in die Schlagzeilen geraten. Im März war die Mobbing-Plattform auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gekommen. Das Internetportal hatte unter dem Motto “100 Prozent anonym an deiner Schule, Universität oder Arbeitsplatz lästern“ dazu aufgerufen, Gruppen zum Beispiel für Schulen oder Ausbildungszentren zu gründen und darin anonym Gerüchte zu verbreiten.

Bei der Generalstaatsanwaltschaft sind bereits mehr als 50 Anzeigen aus ganz Deutschland eingegangen, meist von Eltern, wegen der Verunglimpfung ihrer Kinder im Netz. Die Internetseite zu sperren macht nach Einschätzung der Generalstaatsanwaltschaft keinen Sinn. „Das geht vielleicht in China“, sagte Badle. „Solange der Betreiber nicht bekannt ist, ist das hier nur auf den ersten Blick eine Lösung. Dann beginnt ein Hase-Igel-Spiel.“ Die Seite sei zwischenzeitlich auch bereits einmal kurzfristig vom Netz genommen worden, vermutlich um den Server zu wechseln.

dpa

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