Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV „Tschernobyl - Die Natur kehrt zurück“
Nachrichten Medien & TV „Tschernobyl - Die Natur kehrt zurück“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:45 20.08.2012
Ein Warnschild „Stopp! Verbotene Zone“ hängt am Zaun zur 30-Kilometer-Sperrzone von Tschernobyl . Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die Schreckensbilder der Atomkatastrophe von Tschernobyl haben sich ins Gedächtnis eingebrannt. Am 26. April 1986 explodierte der Druckröhrenreaktor in der Ukraine. Zwischen 10.000 und 100.000 Menschen starben bislang je nach Sichtweise, viele Menschen leiden noch heute unter der Strahlung. Auch Jahrzehnte nach der Katastrophe warnen Ärzte vor radioaktiv verseuchten Lebensmitteln. Die Natur scheint in der Sperrzone wiederaufzuleben. Der DokumentarfilmTschernobyl - Die Natur kehrt zurück“ versucht, Erklärungen zu finden. Arte zeigt den französischen Film aus dem Jahr 2010 am Dienstag (21. August) um 20.15 Uhr.

Regisseur Luc Riolon lässt Wissenschaftler zu Wort kommen, die Überraschendes festgestellt haben. Wie ist es etwa zu erklären, dass in der Sperrzone in nur hundert Meter auseinanderliegenden Wäldern und Feldern so unterschiedliche Strahlenwerte gemessen werden? Warum können Kirschen aus der Region relativ risikolos verzehrt werden, aber nicht die Kerne? Wieso scheint eine verstrahlte Maus, die in einem verseuchten Wald lebt, gesund zu sein? Und wie ist die Resistenz einer vom Aussterben bedrohten Wildpferdrasse zu erklären?

Anzeige

Nach Angaben von Arte dauerten die Dreharbeiten mehr als ein Jahr. Gefilmt worden sei in der Sperrzone, in der Menschen der Zutritt nach wie vor streng verboten ist. Für die Wissenschaftler ist die Gegend wie ein Forschungslabor unter freiem Himmel.

Nach Ansicht von Umweltschützern bleibt Tschernobyl eine Langzeitbedrohung. Die Flammen der brennenden Graphitblöcke schleuderten zehn Tage lang radioaktives Material bis zu 1000 Meter in die Luft. Tage dauerte es, bis die Sowjetführung das Unglück von internationaler Tragweite einräumte. Neben der Ukraine waren besonders Weißrussland und Russland betroffen. Die Wolke erreichte später auch weite Teile Europas.

Als in Japan Fukushima passierte, fühlten sich viele an Tschernobyl erinnert. Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 zu dem Atomunfall von Fukushima. Auch dort sind die Folgen verheerend: Die

Katastrophenregion um Fukushima wird auf Jahrzehnte oder noch länger unbewohnbar sein. Nach Angaben des Fukushima-Betreibers Tepco wird es noch bis zu 40 Jahren dauern, bis das Kraftwerk vollständig gesichert ist. In Deutschland löste Fukushima eine Diskussion über die Atompolitik aus. Acht deutsche Meiler wurden stillgelegt, doch die Energiewende bleibt umstritten.

dpa

Medien & TV Fernsehfilm „Das Verhängnis“ - Sat.1 macht Katarina Witt zum Stalkingopfer
15.08.2012