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Medien & TV US-Arztserie „Royal Pains“ startet am Dienstag auf RTL
Nachrichten Medien & TV US-Arztserie „Royal Pains“ startet am Dienstag auf RTL
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19:27 16.05.2011
Von Hannah Suppa
Der Arzt, dem die Reichen vertrauen: Dr. Hank Lawson (Mark Feuerstein) von „Royal Pains“. Quelle: RTL
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Ein Krankenhaus oder Arztzimmer ist kein Ort zum Wohlfühlen. Umgeben von schwer kranken Menschen, Schicksalsschlägen und dem Geruch von Desinfektionsmittel kann wahrlich nur schwer ein wohlig heimeliges Gefühl aufkommen. Trotzdem ist RTLs neuester Arztserien-Coup eine „Feelgood-Serie“, so zumindest nennt es der Sender. Wie auch immer das zusammenpasst.

Die Macher der neuen US-Arztserie „Royal Pains“ tun jedenfalls alles dafür, die Medizin mit schnellen Wagen, großbusigen Blonden und extravaganten Partys in den Hintergrund geraten zu lassen – so wurden die neuen Doktorgeschichten kurzerhand nach Long Island verlegt. Da tragen die Frauen noch Pelzmäntel im Sommer, und die 16-Jährigen fahren ihren Schwarm mit dem Porsche ihres Vaters spazieren. Ein Arzt ist hier ein Accessoire, das man sich mit reichlich Geld erkaufen kann.

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Dr. Hank Lawson (Mark Feuerstein) gehört eigentlich nicht zu jener Insel-Schickeria. Der beliebte Arzt arbeitet in der Notaufnahme eines New Yorker Krankenhauses – und er arbeitet viel. Sogar an seinem freien Tag hetzt er in Freizeitklamotten durch die Krankenhausflure. Auf dem Sportplatz war ein junger Mann zusammengebrochen. Lawson hilft, natürlich. Hätte er das mal lieber nicht getan. Denn als er in seiner Klinik das Leben des Teenagers rettet, anstatt dem sich eigentlich in keinem kritischen Zustand befindenden milliardenschweren Förderer des Krankenhauses Händchen zu halten, kostet ihn das seinen Job. Und seine Verlobte. Die hübsche Blonde kann mit dem arbeitslosen, deprimierten Ex-arzt nichts mehr anfangen. Der einst erfolgreiche Mediziner badet in Selbstmitleid – und Pizzakartons.

Hanks jüngerer Bruder Evan (Paulo Costanzo) überredet das Häufchen Elend zu einem Aufmunterungstrip in die Hamptons, wo Evan die beiden auf eine Superreichenparty des Deutschen Boris Küster von Jurgens-Ratenicz (Campbell Scott) schmuggelt. Und nun läuft es wieder rund für Hank: Er rettet einer Frau auf der Party das Leben und ist plötzlich der neue Modearzt der Insel. Der Deutsche bietet ihm den Posten als Hausarzt an samt Bezahlung in Goldbarren. Bruder Evan ist begeistert, Hank zunächst skeptisch – er hat moralische Bedenken. Soll er wirklich nur die Reichen behandeln? Dürfen sich Gutbetuchte andere Rechte bei der medizinischen Behandlung herausnehmen? Lange hadert der Arzt nicht und kommt zu dem Schluss: Auch Reiche sind nur Menschen. Der Flirt mit der engagierten und gar nicht versnobten Ärztin Jill (Jill Flint) hilft Hank bei der Entscheidung, vielleicht doch zunächst auf Long Island zu bleiben.

„Royal Pains“ soll die Dienstagabendlücke schließen, die „Monk“ hinterlassen hat – und soll von den hohen Zuschauerzahlen von „Dr. House“ profitieren. Die neue royale Arztserie ist nett anzuschauen, auch wenn sie mit Medizin kaum noch etwas zu tun hat: Hier geht es um Reiche und Schöne, Arzt Hank ist nur der moralische Fremdkörper in dieser für ihn neuen Welt. Vieles erinnert an „Nip/Tuck“, der Serie über das plastische Chirurgen-Duo, das sich auch in besseren Kreisen bewegte: Doch hier wurde stets operiert, korrigiert, behandelt – die medizinischen Fälle waren immer der Mittelpunkt. Bei „Royal Pains“ sind sie Beiwerk.

„Royal Pains“ | RTL
US-Arztserie mit Schönen und Reichen
immer dienstags, 22.15 Uhr