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09:56 22.04.2014
„Der Bachelor“? „Das perfekte Promi-Dinner“? „Promi Big Brother“? Nichts da. So sehen heute Musikshows aus. Vox schickt sieben Musiker nach Kapstadt zum Wettsingen.
„Der Bachelor“? „Das perfekte Promi-Dinner“? „Promi Big Brother“? Nichts da. So sehen heute Musikshows aus. Vox schickt sieben Musiker nach Kapstadt zum Wettsingen. Quelle: Vox
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Von Sarah Connor weiß man noch, dass sie vor ein paar Jahren übelst die deutsche Nationalhymne versemmelte. Vorher stand sie irgendwann einmal auf der „Wetten, dass ...?“-Bühne und hatte untenrum zu wenig an. Zwischendurch war sie „Crazy in Love“ mit ihrem damaligen Ehemann Marc Terenzi. Doch selbst der ist mittlerweile Geschichte. Jetzt probiert sie’s noch mal in einem ganz neuen Genre: In der neuen Vox-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ wird sie unter anderem die volkstümlichen Gassenhauer von Lederhosen-Rock-’n’-Roller Andreas Gabalier zum Besten geben müssen.

„Cover die Hits deiner Kollegen“ – das ist das Prinzip der Sendung, die auf Stars setzt, von denen einige ihre besten Zeiten hinter sich haben. Sandra Nasic etwa, Frontfrau der Guano Apes, die in den neunziger Jahren mal groß waren. Soulbarde Xavier Naidoo gibt sich als Frontmann des Formats und wird in der ersten Sendung „If You Believe“ von Sasha singen müssen. Großspurig verspricht er eine „Lehrstunde in Sachen Pop“. Man wird sehen.

Vox versucht ein Format wiederzubeleben, das nach Dutzenden Castingsendungen schon als ausgestorben galt: die Musikshow. Ohne viel Brimborium und vor allem ohne Jury und geschmacklose Bohlen-Kommentare. „Hitparade“, „Beat-Club“ oder Ilja Richters legendäre Sendung „Disco“ sind Relikte aus einer Vergangenheit, die der durchschnittliche Vox-Zuschauer nicht mehr am eigenen Leib erlebt haben dürfte. Später gab es MTV und Viva und damit für andere Sender auch keinen vernünftigen Grund mehr, teure Sendezeit mit Musik zu vergeuden.

Im Ausland hielt sich das legendäre Format  „Top of the Pops“ des britischen Senders BBC ein wenig länger. Die Mutter des Musikfernsehens sozusagen. Von 1964 bis 2006 durften hier ausgewählte Künstler aus den Top 40 der Charts ihre jeweiligen aktuellen Singles vortragen. Die Beatles waren da, Dusty Springfield auch. Und 1983 sprang Madonna – damals noch eine Neuentdeckung aus den USA – durch die Kulissen. Nirvana veranlasste die strenge Playbackregel zu konsequentem Luftgitarrenspiel. Denn die Musik bei „Top of the Pops“ kam vom Band. Übrigens auch in der deutschen Ausgabe, die von 1998 bis 2006 von RTL ausgestrahlt wurde, aber weniger erinnerungswürdige Augenblicke hinterließ.

Das will Vox nun ändern. Die sieben Künstler haben für die Sendung eine Villa in der Nähe von Kapstadt bezogen und sollen dort nicht nur ihre Songs, sondern auch den Alltag teilen. Jeden Abend steht ein anderer Sänger im Mittelpunkt, die Kollegen covern dessen größte Hits, je nach individueller Begabung. Am Ende entscheidet der Originalinterpret, wer ihm am besten gefallen hat. Das ist zwar nah dran am Castingformat, aber wenigstens fliegt keiner aus der Villa. Vox kündigt nicht nur eine „atemberaubende Kulisse“ an, sondern auch „Deutschlands stärkste Stimmen“. Darüber lässt sich zwar streiten, aber immerhin gibt der Sender mal wieder Künstlern eine Chance, sich und ihre Musik zur besten Sendezeit zu präsentieren.

„Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, Vox, heute, 20.15 Uhr.

Von Nora Lysk

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