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Nachrichten Medien & TV Was taugen Online-Preisvergleiche?
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18:16 24.10.2010
Nicht verwirren lassen: Wer sich ausreichend Zeit nimmt und auf seriöse Anbieter achtet, kann mithilfe von Vergleichsportalen durchaus Einkaufserfolge erzielen.
Nicht verwirren lassen: Wer sich ausreichend Zeit nimmt und auf seriöse Anbieter achtet, kann mithilfe von Vergleichsportalen durchaus Einkaufserfolge erzielen. Quelle: dpa
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Oft geht ihnen ein echtes Schnäppchen durch die Lappen. Und manchmal entpuppt sich ein günstiges Produkt als Enttäuschung: Der Aufschlag für den Versand ist nicht im Preis inbegriffen.

„Viele Preisvergleiche sind überhaupt nicht zuverlässig“, urteilt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Das wichtigste Ergebnis unserer Stichproben lautet: Es gibt nicht das beste Vergleichsportal.“ Bei einem bestimmten Produkt finde eine Seite vielleicht den günstigsten Preis, bei einem anderen aber nicht. „Manchmal sind echte Totalausfälle dabei, und gerade der Artikel, den ich suche, ist viel zu teuer.“ Verbraucher sollten auf mindestens drei Portalen vergleichen.

Die Betreiber von „Guenstiger.de“ zum Beispiel werten nach eigenen Angaben alle Onlineshops im deutschsprachigen Raum aus, die bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, und beziehen auch Preise von 13.000 lokalen Geschäften mit ein. Ähnlich bei „Billiger.de“: Dort seien eine „Vielzahl von kleineren spezialisierten Händlern“ und „alle großen und bekannten Händler“ vertreten. Eine Garantie für den günstigsten Preis könne man jedoch nicht geben, sagt Geschäftsführer Lorenz Petersen.

Die Portale bezögen ganz unterschiedliche Daten in den Preisvergleich ein, sagt Tryba. Und sie seien oft zu träge programmiert. „Findet das Portal zum Beispiel ein Sonderangebot, das nur einen Tag angeboten wird?“ Preisvergleichsportale erheben nach Einschätzung von Astrid Auer-Reinsdorff in der Regel aber gar nicht den Anspruch, den günstigsten Händler zu finden. „Die Anbieter wissen, dass sie da sehr vorsichtig sein müssen“, sagt die Fachanwältin für Informationstechnikrecht in Berlin.

Problematisch wird es, wenn der angezeigte Spitzenpreis noch keine Versandkosten enthält: „Der eine Händler liefert meine Waschmaschine umsonst, der andere nimmt 50 Euro dafür“, sagt Tryba. So schwankt der Preis bei einem identischen Produkt deutlich. Die Preissuchmaschinen könnten das aber oft nicht filtern – das Anzeigen der Preise inklusive Versandkosten sei nicht auf jedem Portal eingestellt. „Das kann die Ergebnisse schnell durcheinanderwirbeln.“

Allein der günstigste Preis ist noch kein Kaufkriterium: „Steht einmal der vermeintlich billigste Anbieter fest, sollte der Kunde nicht sofort zuschlagen“, rät Auer-Reinsdorff. Dann sei immer noch nicht klar, ob der Händler auch seriös ist. Besteht die Möglichkeit zum Widerruf? Sitzt der Anbieter in Deutschland? Wie ist der Versand geregelt? All diese Fragen sollten die Nutzer klären.

Besonders vorsichtig sollten sie bei Anbietern sein, von denen sie noch nie etwas gehört haben: „Zahlung per Vorauskasse ist dann immer gefährlich und lädt zu Betrug ein“, warnt Auer-Reinsdorff. Die Vergleichsportale sind dabei aus dem Spiel: Der Kunde schließe den Kaufvertrag mit dem Händler ab und nicht mit dem Betreiber des Preisportals, sagt Tryba. „Wenn da etwas schiefgeht, kommt man oft nicht mehr an sein Geld.“

Fast alle Preissuchmaschinen zeigen Kundenbewertungen an. „Die Möglichkeiten zur Manipulation sind dabei unbegrenzt“, warnt Tryba allerdings. Hersteller könnten gefälschte Urteile einstellen und technische Laien vielleicht wenig kompetente. Die Stiftung Warentest nahm in diesem Jahr Hotelbewertungsportale ins Visier. Das Ergebnis: Die meisten Portale ließen sich täuschen und veröffentlichten die Schwindelurteile der Tester.

Kundenbewertungen könnten aber ein Anhaltspunkt sein, ob der überwiegende Teil der Käufer mit einem Produkt zufrieden ist, sagt Tryba. Auch Preisportale an sich seien trotz der möglichen Fallstricke durchaus hilfreich. Denn mit ausreichend Zeit für einen Vergleich mehrerer Seiten steht dem Einkaufserfolg nichts mehr im Weg – wenn der Händler seriös ist.

dpa