Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Wie man im Internet Daten tauschen kann
Nachrichten Medien & TV Wie man im Internet Daten tauschen kann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:18 09.11.2009
Anzeige

Gemeint werden mit P2P aber Verbindungen unter gleichberechtigten Computern. Das heißt: Bei einer P2P-Verbindung greifen Internetnutzer gegenseitig auf eigens dafür freigegebene Speicherbereiche auf dem jeweiligen Rechner zu. Zwei Arten von P2P-Netzwerken sind zu unterscheiden: ein zentrales Netzwerk, bei dem die Computer auf einen Hauptserver zugreifen, der als Verwaltungszentrale dient. Hier sei die ehemals kostenlose, mittlerweile zum Aboservice umfunktionierte Musiktauschbörse Napster erwähnt.

Die dezentralen P2P-Netzwerke funktionieren dagegen etwas anders. Dort greifen die Nutzer nicht auf einen zentralen Server zu, sondern werden durch als Wegweiser dienende Dateien, sogenannte Bit Torrents, zu Computern von Nutzern umgeleitet, die die gesuchte Datei - sei es nun ein Musikstück, ein Programm oder gar ein Film - gespeichert und für andere Nutzer freigegeben haben. Diese wegweisenden Dateien werden auf Websites, den sogenannten Trackern, wie Adresseinträge in einem Telefonbuch anonym aufgelistet. Im Unterschied zu P2P-Netzwerken wie etwa Gnutella werden bei Bit Torrents jeweils nur ganz bestimmte Dateien übertragen. Was für Dateien noch auf dem Computer des anbietenden Nutzers liegen, kann der herunterladende Nutzer nicht erfahren.

Anzeige

Bei Gnutella-Verbindungen dagegen können Nutzer sich den gesamten freigegebenen Dateienbestand anschauen und dann selbst entscheiden, welche sie herunterladen möchten. Die weltweit größte Trackerseite für Bit Torrents ist The Pirate Bay, die sich mittlerweile nicht nur im Ursprungsland von The Pirate Bay - die virtuelle Bucht liegt in Schweden - eine Partei entwickelt hat.

Europaweit versucht die Piratenpartei, in die Länderparlamente gewählt zu werden, mit dem Ziel, voranschreitende Zensurgesetze für das Internet zu verhindern. Ins Europaparlament haben es die schwedischen Piraten mit einem Rekordergebnis von 7,1 Prozent bereits geschafft. Gegen die Betreiber der Piratenbucht läuft derzeit ein Gerichtsverfahren wegen Verstößen gegen Urheberrechte.

Dabei sind auf den Servern der Piratenbucht-Betreiber keine der eigentlichen Dateien gespeichert, sondern nur Verweise zu der Datei, die ein beliebiger Nutzer anbietet. Auch kommt keine Übertragung der Daten über den Pirate-Bay-Server zustande, sondern läuft direkt von Anbietern zu Suchenden - und das auch nur dann, wenn die Computer der Anbieter online sind.

von Marcus Schwarze, Ernst Corinth und Dirk Kirchberg