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20:34 19.09.2013
Von Dany Schrader
Quelle: dpa
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Hannover

Wenn Nico Hofmann einen Film dreht, geht es mitunter zunächst weniger um die Handlung, als um die Besetzungsliste: Das war schon bei der Politsatire „Die Guttenbergs“ um das Scheitern des ehemaligen Verteidigungsministers so, und ist nun auch beim Filmprojekt zur „Affäre Wulff“ nicht anders: Gestern nun gab die Produktionsfirma UFA einige zum Teil sehnsüchtig erwartete Namen der Besetzungsliste für den SAT.1-Film „Der Rücktritt“ bekannt und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung: Demnach übernimmt der Schauspieler Kai Wiesinger die Rolle des ehemaligen Bundespräsidenten und niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff, Anja Kling spielt seine mittlerweile von ihm getrennt lebende Frau Bettina.

Die Rolle des ehemaligen Wulff-Vertrauten und Sprechers Olaf Glaeseker übernimmt Holger Kunkel. Petra Diroll, die nach der Entlassung Glaesekers Sprecherin des Bundespräsidenten wurde, wird von Valerie Niehaus gespielt. Spannend wird unter anderem auch, wie der berühmte Anruf Wulffs bei „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann – im Film gespielt von Peter Jordan – in der Produktion dargestellt wird.

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Das Drehbuch hat der Grimme-Preisträger Thomas Schadt geschrieben. Als Vorlage für die Dokumentation, deren Ausstrahlung für Frühjahr 2014 vorgesehen ist, diente Hofmann unter anderem das Buch „Die Affäre Wulff“, das die beiden „Bild“-Redakteure Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch geschrieben haben.

Bereits wenige Monate nach dem Rücktritt Wulffs, im September 2012, hatte Produzent Hofmann über das Projekt gesprochen. Damals hieß es aber, es gehe um die Biografie von Bettina Wulff, die ebenfalls im September unter dem Titel „Jenseits des Protokolls“ im Riva-Verlag erschienen war. Als Traumbesetzung für die Rolle der Präsidentengattin aus Burgwedel nannte Hofmann damals Silke Bodenbender. Er wollte zudem eng mit der Porträtierten zusammenarbeiten, da nur so ein Film möglich sei.

Von solch einer Zusammenarbeit ist zuletzt nichts mehr zu hören. Die Wulffs haben sich inzwischen so gut wie möglich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Dreharbeiten beginnen Mitte Oktober und sind auf 16 Tage angesetzt.
Sofort danach geht die „Affäre Wulff“ ganz real vor dem Landgericht Niedersachsen weiter: Ab dem 1. November muss sich Wulff wegen Vorteilsnahme in seiner Amtszeit als niedersächsischer Regierungschef verantworten. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, sich für ein Filmprojekt stark gemacht zu haben.

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