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Medien & TV Wotan Wilke Möhring wird „Tatort“-Kommissar
Nachrichten Medien & TV Wotan Wilke Möhring wird „Tatort“-Kommissar
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06:16 12.07.2012
Von Imre Grimm
Wotan Wilke Möhring ermittelt künftig als „Tatort“-Kommissar in ganz Norddeutschland. Quelle: dpa
Hamburg

Bevor auch nur eine Sekunde im Kasten ist, hat sich die Schweiger-Nummer bei Twitter & Co. zum Kicherthema entwickelt („Wie heißt die erste Folge? Keinhirnfahnder?“). Fehlt nur noch, dass Schweiger wie damals Craig mit Schwimmweste Schnellboot fährt – auf der Alster statt der Themse – oder im spießigen Ford Mondeo durch die City schaukelt. Lachnummer des Sommers: die Lothar-Matthäus-Doku bei Vox. Erwartete Lachnummer des Herbstes: der „Tatort“ mit Til Schweiger.

Kein Wunder also, könnte man denken, dass der NDR an einem Plan B bastelt. Dass man nach Alternativen sucht, falls Schweigers Einstand beim „Tatort“ – anders als Craigs Bond-Premiere „Casino Royal“ – tatsächlich zum Flop werden sollte, was ja noch keineswegs klar ist.

Am Montag kam die Meldung: Wotan Wilke Möhring wird jüngstes Mitglied im Team der „Tatort“-Ermittler beim NDR. Drehstart für seinen ersten Fall als neuer Kommissar Thorsten Falke ist schon am Dienstag, also lange vor Schweigers Dreh. Und dann spielt die Sache auch noch in Hamburg, obwohl das doch eigentlich Schweiger-Land sein sollte.

Ein Überraschungscoup. Und eine klare Sache, scheinbar: Der NDR baut sich eine Zweitbesetzung auf, eine „Ersatz-Aorta“ wie beim RTL-„Domino Day“, falls die Hauptschlagader Schweiger kurzfristig aussteigt oder ausgestiegen werden muss. Möhring wird als Lückenbüßer in Stellung gebracht, falls der Star das Handtuch wirft.

Doch aus Hamburg kommt ein klares Dementi: Nein, nein, nein! Der NDR drehe sechs „Tatorte“ im Jahr – und ein Slot sei eben noch frei gewesen. Und von Anfang an sei nur eine einzige „Tatort“-Folge pro Jahr mit Til Schweiger geplant gewesen, genau wie in diesem Jahr mit Wotan Wilke Möhring. Dass dessen erster Fall „Feuer über Flottbek“ nun ausgerechnet in Hamburg spielt, sei kein Affront gegen Schweiger, sondern Zufall. Zwar werde die Dienststelle seines Kommissars Falke in Hamburg angesiedelt, künftig soll er aber in ganz Norddeutschland unterwegs sein. Schon sein zweiter Fall führe ihn auf eine Nordsee-Insel. „Das ist kein Backup für Schweiger“, versichert NDR-Sprecher Martin Gartzke.

„Und das wird kein zweiter Hamburg-,Tatort‘, sondern ein norddeutscher.“ Ob das nun Deeskalations-Rhetorik ist oder nicht: Möhring wird damit der vierte Ermittler des NDR, neben Maria Furtwängler (manchmal Hannover), Schweiger (Hamburg) und den Teams Axel Milberg und Sibel Kekilli (Kiel) sowie Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau beim „Polizeiruf 110“ in Rostock.

Und es ist keine schlechte Wahl. Wotan Wilke Möhring, 1967 in Detmold geboren, hat sich seit seinem Filmdebüt 1998 in der „Bubi-Scholz-Story“ mit seinem cool-verschlurften Slang und westfälischer Knorrigkeit einen Namen als Charakterkopf gemacht; als sprachloser Vater im ARD-Cybermobbing-Drama „Homevideo“, als aggressiver, traumatisierter U-Bahn-Fahrer in „Männerherzen“ (an der Seite von Til Schweiger) oder als geldgeiler Immobilienhai in Fatih Akins Kinofilm „Soul Kitchen“. Möhring war Zeitsoldat, Türsteher, Klubbesitzer, Model, Kommunikationsstudent, Schauspielschüler in Köln und Los Angeles und lebte zwei Jahre in New York. Er hat mit seiner Freundin Anna Theis (35) eine Tochter (Mia Josefine, 3) und einen Sohn (Karl Michel, 1).

Nach dem Aus für Mehmet Kurtulus alias Cenk Batu schickt der NDR also gleich zwei Nachfolger an die Rampe. „Möhring ist ein Charakterdarsteller mit einer enormen Bandbreite“, lobte NDR-Intendant Lutz Marmor am Montag. „Er wird sicher ein unverwechselbarer Kommissar.“ Von Möhring selbst war nicht viel mehr zu hören, als dass er sich auf die „Herausforderung freue“.

Partnerin an seiner Seite wird von Folge zwei an die wunderbare Petra Schmidt-Schaller („Die Wölfe“, „Ein fliehendes Pferd“, „Almanya“) – für deren Figur man aus nebulösen Gründen den verwirrenden Namen „Katharina Lorenz“ gewählt hat, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Schauspielerin. In „Feuer über Flottbek“ geht es um Aufruhr in der autonomen Szene, brennende Autos und eine tote Frau. Regisseur ist die NDR-Nachwuchsentdeckung Özgür Yildirim („Chico“, „Blutzbrüdaz“). Das Drehbuch schrieb Markus Busch. Zu sehen ist der Film wohl erst Ende 2013 in der ARD.

Ist Möhrings Verpflichtung nun ein Schnellschuss oder ein Projekt auf Dauer? „Wir wollen ihn auf alle Fälle längerfristig an uns binden“, sagte NDR-Sprecher Gartzke. Wie viele „TatorteMöhring künftig pro Jahr drehen wird, wurde nicht mitgeteilt. Es könnte davon abhängen, wie eng sich Schweiger an den Sender zu binden bereit ist. Auch wenn man heftig dementiert.

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