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Medien & TV Angriff der Killertomaten
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19:12 09.11.2014
Foto: Das Team von Dina Foxx: Marcus Schinkel als Biohacker Kilian Berger, Katharina Schlothauer als Dina Foxx, Natascha Hockwin als Dinas Freundin Maike und Tomas Sinclair Spencer als Dinas Kumpel Jason.
Das Team von Dina Foxx: Marcus Schinkel als Biohacker Kilian Berger, Katharina Schlothauer als Dina Foxx, Natascha Hockwin als Dinas Freundin Maike und Tomas Sinclair Spencer als Dinas Kumpel Jason.  Quelle: ZDF
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Damals informierte Dina im Auftrag einer wohlmeinenden Organisation über die Gefahren der Computerwelt und wurde Opfer einer digitalen Verschwörung. Nun findet die Handlung nicht mehr im virtuellen Raum statt, sondern buchstäblich mitten unter uns: In Berlin bricht eine Seuche aus, die im Nu Dutzende von Todesfällen fordert. Einer der ersten Infizierten ist Dinas Bruder. Er hatte engen Kontakt zu einem Umweltaktivisten, der in der Plantage eines Lebensmittelkonzerns gewütet hat. Schließlich findet Dina heraus, dass das Virus offenbar durch eine neue gentechnisch manipulierte Tomatensorte des Unternehmens verbreitet wird – aber welches Interesse könnte der Konzern daran haben, seine Kunden zu ermorden?

Der Film hat zwar bei Weitem nicht den kriminalistischen Reiz der ersten Produktion, aber auch diesmal können die Zuschauer zwischen der Ausstrahlung der beiden jeweils knapp 45 Minuten langen Teile auf der Website zum Film (www.dinafoxx.zdf.de) weitere Informationen sammeln. Das Versprechen des ZDF, man werde den zweiten Teil dann „mit völlig anderen Augen sehen“, ist jedoch nicht nur übertrieben; da in den sogenannten Webisodes auch die Lösung verraten wird, büßt die Fortsetzung enorm an Spannung ein. Andererseits hat Christoph Bach – der im eigentlichen Film bloß eine undurchsichtige Gastrolle spielt – in den meist nur neunzig Sekunden langen Schnipseln seine großen Auftritte. Allein deshalb lohnt es sich schon, die Website zu besuchen.

Nicht recht angebracht ist dagegen die Behauptung des ZDF, man habe „wieder erzählerisches und technisches Neuland“ betreten (Regie und Konzeptkoordination: Max Zeitler). Der zweite Film wirkt gegenüber dem ersten sogar etwas reifer, weil die Bildgestaltung (Florian ­Foest) nicht mehr so effekthascherisch ist. Montage und kippende Kameraachsen sind für Fernsehfilmverhältnisse zwar nach wie vor ziemlich ungewöhnlich, doch diesmal wird der Bezug zur Handlung deutlicher, wenn Dina zum Beispiel in einem Moment der Ruhe versucht, sich einen Reim auf die bisherigen Ereignisse zu machen, und die entsprechenden Bilder in rascher Schnittfolge vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Gleiches gilt für andere optische Elemente, etwa für die im Zeitraffer über den Himmel von Berlin dahinrasenden Wolken, weil die Heldin im Wettlauf gegen die Zeit ihren Bruder retten muss. Die Kamerabewegungen sind immer wieder auf die Bildinhalte abgestimmt, und auch die elektronische Musik (Jan Weigel) passt ausgezeichnet. Anderswo werden Smartphoneinhalte wie SMS-Botschaften oder sogenannte Newsflash-Informationen immer noch vorgelesen, hier werden sie einfach eingeblendet.

Endgültig sehenswert wird „Tödlicher Kontakt“ durch die neue Hauptdarstellerin: Nachfolgerin von Jessica Richter ist Katharina Schlothauer, der man keinen Moment lang anmerkt, dass sie nur wenig Kameraerfahrung hat; außerdem verkörpert sie die Heldin ziemlich sexy. Ähnlich unbekannt, aber dennoch überzeugend ist auch die weitere Besetzung. Da die Geschichte einige Fragen offen lässt, sollte die nächste Fortsetzung nicht wieder drei Jahre auf sich warten lassen.

Von Tilmann P. Gangloff

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