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Medien & TV ZDF zeigt brisanten Zweiteiler mit toller Besetzung
Nachrichten Medien & TV ZDF zeigt brisanten Zweiteiler mit toller Besetzung
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18:36 13.11.2011
Von Ernst Corinth
Wo kann sie nur sein? Claas Lohmann (Heino Ferch) sucht in Südafrika nach seiner entführten Tochter. Quelle: ZDF
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Claas Lohmann ist leitender Manager des Berliner Wasser- und Energiekonzerns Gerag. Ein Unternehmen, das international operiert. Vor Jahren hat Lohmann für Südafrika einen geheimen und äußerst perfiden Plan unter dem Titel „Schwarzes Wasser“ entwickelt. In dessen Mittelpunkt steht die Vergiftung eines großen Trinkwassersees mittels eines Chemieunfalls. Die Gerag soll dann im Auftrag der Regierung den Retter spielen, den See vom Gift reinigen, sich dadurch unentbehrlich machen und anschließend die Trinkwasserversorgung der Region übernehmen.

Doch es hat innerhalb der Gerag-Leitung offenbar Skrupel gegeben, der Plan ist daher nicht umgesetzt worden, und Lohmann hat sich in der Firma mannhaft gekränkt als persönlicher Verlierer gefühlt. Jetzt, ein paar Jahre später, beschließt seine 19-jährige Tochter Karla (Nadja Bobyleva) für ein Jahr ausgerechnet nach Südafrika zu gehen. Sie will dort in einem sozialen Projekt in Kapstadt arbeiten und so, wie sie gegenüber ihrem Vater provozierend sagt, das Karma der Familie aufbessern. Lohmann hält das zwar für spätpubertäre Spinnerei, kann aber wie die liebevoll besorgte Mutter und Lehrerin Judith (Barbara Auer) nichts dagegen unternehmen. Karla reist also nach Kapstadt und verguckt sich bald in den schwarzen Ökoaktivisten Maduna (Tony Kgoroge). Als ihre Mutter sie besuchen kommt, geschieht gleich eine doppelte Katastrophe.

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Ein Tanklastwagen mit gefährlicher Fracht stürzt in einen See, dem wichtigsten Wasserreservoir Kapstadts, und es droht eine Vergiftung des Trinkwassers. Als Maduna für Analysezwecke eine Wasserprobe entnimmt, wird er plötzlich von der Polizei und später auch noch von finsteren Gestalten gejagt. Auf seiner Flucht übergibt er die Probe Karla, die kurze Zeit später deswegen entführt wird. So entwickelt sich schließlich ein aufregendes Drama. Nach seiner Frau reist auch Lohmann nach Südafrika, um die Tochter zu retten. Schnell hat er den Verdacht, dass jemand seinen alten Plan „Schwarzes Wasser“ kopiert und umgesetzt hat.

Dies ist der Stoff für rund drei Stunden spannende Fernsehunterhaltung. Dem Regisseur Andreas Senn und dem Drehbuchautor Christian Jeltsch ist das Kunststück gelungen, ein Familiendrama mit einem Ökothriller geschickt zu verknüpfen. Dabei spürt man, dass Senn die Thematik „Geschäft mit dem Trinkwasser“ im Vorfeld genau recherchiert hat. Und obwohl es im Film ein paar kleine Ungereimtheiten gibt, wirkt die Geschichte bis zum Schluss tatsächlich glaubhaft.

Auch das multikulturell zusammengesetzte Ensemble überzeugt. Allen voran der Däne Jesper Christensen, der einen zwielichtigen Anwalt spielt und der international bekannt geworden ist als „Mr. White“ aus den letzten beiden James-Bond-Filmen. Heino Ferch beweist, dass er nicht nur ein Held vom Typ Bruce Willis für Arme ist, sondern dass er so gekonnt spielen kann, dass man als Zuschauer bis kurz vor Schluss nicht weiß, welche Motive seine Figur wirklich umtreiben. Auch Barbara Auer gibt nie die hilflos verzweifelte Mutter im Stil von Veronica Ferres, sondern entwickelt ungeheuere Kräfte. Und mit Nadja Bobyleva werden sich wohl besonders jüngere Zuschauer gut identifizieren können. Kurz: ein ungewöhnlich brisanter Zweiteiler, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

„Verschollen am Kap“ | ZDF
brisanter Zweiteiler mit toller Besetzung
Montag und Donnerstag, 20.15 Uhr