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Medien & TV ZDFneo zeigt „Enterprise“-Folgen digital aufgefrischt
Nachrichten Medien & TV ZDFneo zeigt „Enterprise“-Folgen digital aufgefrischt
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19:20 17.02.2011
Von Lutz Müller
Captain Kirk (William Shatner, re.) und Spock (Leonard Nimoy). Der Satz „Beam me up, Scotty“ übrigens ist in der Serie nie gefallen. Quelle: ZDF

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind ...“ – Wie es weitergeht, wissen Fernsehzuschauer in mehr als 100 Ländern auf der ganzen Welt. Vier Jahrzehnte nach der Erstausstrahlung im ZDF ist nun erstmals die komplette ungekürzte Serie „Raumschiff Enterprise“, die von 1966 bis 1969 in den USA produziert wurde, im Free-TV zu sehen.

Zum 40. Geburtstag des Urknalls im Star-Trek-Universum ließ Paramount Pictures die Originalbänder digital bearbeiten, um den „Raumschiff Enterprise“-Fans („Trekker“ oder „Trekkies“ genannt) die Möglichkeit zu geben, gemeinsam mit Captain Kirk, Spock und Dr. „Pille“ McCoy auch in High Definition (HD) auf Entdeckungsmission gehen zu können. Vorausgesetzt, im eigenen Wohnzimmer steht ein entsprechend modernes Empfangsgerät, wird die Qualität der aufgefrischten und mit zusätzlichen Effekten versehenen Bilder nicht nur eingefleischte Fans der Kultserie begeistern, sondern auch neue Zuschauer finden. Darin sind sich die Programmplaner bei ZDFneo sicher: „Keine verblassten Farben mehr nach dem ersten Beamen.“ Auch die Explosions- und Lasereffekte wurden komplett runderneuert.

Unter den 79 Folgen der Science-Fiction-Serie ist auch die bisher nie im deutschen, frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlte „Nazi“-Folge mit dem Titel „Schablonen der Gewalt“. Im Bezahlfernsehen war sie allerdings schon zu sehen. Nach 35 Jahren und etlichen weiteren Star-Trek-Serien ist „Schablonen der Gewalt“ vielleicht sogar heute noch die in Deutschland umstrittenste Folge überhaupt. Die Episode beschäftigt sich mit dem Thema eines nationalsozialistischen Regimes auf einem fremden Planeten und einem geplanten Genozid. Kirk und Dr. McCoy treten zu Spionagezwecken auch in Naziuniformen auf. Manche Fans glauben, dass in der Folge die Gefahren des Nationalsozialismus verallgemeinert und verharmlost werden. Erst 1996 wurde dieser Teil der „Enterprise“-Abenteuer wegen der Videoveröffentlichung der Serie auf Deutsch synchronisiert.

Weil die Story von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) unter anderem wegen Gewalt- und Folterszenen erst ab 16 Jahren freigegeben ist, hat der Kanal ein kleines Problem mit dem Sendetermin: „Die Folge kann nicht in der wöchentlichen Ausstrahlung am frühen Abend und auch nicht in der Freitags-Primetime ausgestrahlt werden“, teilte Florian Weber von ZDFneo mit. „Wahrscheinlich wird es einen Spätsendeplatz im Nachtprogramm nach 22 Uhr geben.“ Ansonsten fliegt die Enterprise mit Warpgeschwindigkeit von montags bis freitags jeweils um 18.15 Uhr und am Freitag zusätzlich in doppelter Länge um 20.15 Uhr durch die Tiefen des digital verschönerten Weltraums.

In den USA machte die „Nazi-Folge“ weniger Probleme als vielmehr das Abenteuer, in dem der weiße Kirk mittels mentaler Beeinflussung gezwungen wird, die farbige Funkerin Uhura zu küssen. In einigen Staaten im Süden der USA weigerten sich die TV-Sender 1968, diese Serienfolge („Platons Stiefkinder“) mit dem allerersten Filmkuss zwischen einer Afroamerikanerin und einem Weißen auszustrahlen. Auch wenn es auf dem Bildschirm so aussah: In Wirklichkeit hat der Kuss nie stattgefunden, denn am Set hat der Produktionsstab streng darauf geachtet, dass sich die Lippen von William Shatner (Kirk) und Nichelle Nichols (Uhura) nicht berührten.

Die ursprüngliche Pilotfolge von Star Trek, „Der Käfig“, wird nicht bei ZDFneo gezeigt. Die Folge wurde in Amerika erst Heiligabend 1988 ausgestrahlt, nachdem Fans herausgefunden hatten, dass sie den Finanziers und Produzenten nicht gefallen hatte und sie deshalb unter den Tisch gefallen war. Gründe waren unter anderem, dass sie mit anfangs 78 Minuten zu lang und mit 630.000 Dollar zu teuer war. Zudem war den Geldgebern der angedeutete Internationalismus auf der „Enterprise“ viel zu unpassend für die Zeit des Kalten Kriegs. Auch gefiel ihnen der Vulkanier Spock mit seinen spitzen Ohren und eckigen Augenbrauen nicht. Er sei „zu teuflisch“. Dann wurde noch der Erste Offizier von einer Frau dargestellt – das war den Amerikanern Anfang der sechziger Jahre doch zu progressiv. Der Schöpfer von Star Trek, Gene Rodenberry, kam den Geldgebern nur in einem Punkt entgegen: Er strich die Rolle der leitenden Offizierin auf der Brücke (Schauspielerin Majel Barrett heiratete Roddenberry später trotzdem). Alles andere blieb in der Serie. Und er durfte einen zweiten, kürzeren Pilotfilm drehen. Mit einem neuen Captain: James Tiberius Kirk.

Mit Roddenberrys Konzept wurde die Serie zu einem Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft, in der kein gesellschaftliches Reizthema ausgelassen wurde: Homosexualität, Frauenrechte, Rassendiskriminierung – alles wurde bei Star Trek kritisch reflektiert mit dem Ziel, die Welt ein wenig offener und toleranter zu machen – so wie es sich Gene Roddenberry gewünscht hatte. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass die Serie – die Trekmania – bisher so lang und erfolgreich lebt. Dass der vulkanische Grußspruch „Life long and prosper“ schon von Anfang an dazugehörte, könnte beinahe als sich selbst erfüllende Prophezeiung gelten.

Raumschiff Enterprise“ mit 79 Folgen auf ZDFneo. Start ist Freitag um 20.15 Uhr.

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