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Medien & TV Zeitschriftenverlage verlieren fast zehn Prozent Umsatz
Nachrichten Medien & TV Zeitschriftenverlage verlieren fast zehn Prozent Umsatz
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15:33 04.11.2009
Die Zeitschriftenverlage müssen 2009 erneut ein Umsatzrückgang hinnehmen. Quelle: Frank Wilde (Archiv)
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Auch in der kommenden Zeit sähen sie sich vor „gewaltigen Herausforderungen“. Nach einem vergleichsweise milden Rückgang von 1,6 Prozent im vergangenen Jahr werde 2009 mit einem Minus von 9,4 beim Umsatz gerechnet.

Nicht die Zeitschriften als Medium seien in einer Krise, sagte Fürstner. Die Verlage seien durch die Wirtschaftskrise und die Rückgänge ihrer Anzeigenerlöse massiv getroffen. Für das zu Ende gehende Jahr wird ein Umsatz von 6,86 Milliarden Euro prognostiziert. 2008 waren es 7,58 Milliarden nach 7,7 im Jahr 2007. Ein „kleiner Lichtblick“ zeichne sich für 2010 ab, sagte Fürstner. Der Umsatz der Zeitschriftenverlage werde sich vermutlich leicht stabilisieren, es werde mit einem Plus im Promillebereich gerechnet.

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Nach Angaben des Verbandes rechnen 69 Prozent der Verlage für 2009 mit einem schlechteren Ergebnis als im Vorjahr. 11 Prozent schätzen den Ertrag gleich ein und 20 Prozent besser. Die Erwartungen für 2010 seien zwar positiver, immerhin ein knappes Drittel rechne aber mit einem schlechteren Ergebnis. „Die Verlage bleiben also skeptisch, in wie weit sich die erwartete gesamtwirtschaftliche Stabilisierung positiv auf ihre Geschäftsentwicklung auswirken wird“, sagte der VDZ-Geschäftsführer.

Die Verlage befänden sich in einem „grundsätzlichen Veränderungsprozess“, fügte er hinzu. Die Medienunternehmen stellten sich darauf ein, dass der Umsatzanteil der „klassischen Erlösquellen“ rückläufig bleibe. Wachstum werde dagegen insbesondere im digitalen und mobilen Bereich erwartet. Die Verlage müssten ihre Geschäftsfelder ausbauen. „Kein Verlag kann es sich heute mehr erlauben, auf Websites, mobile Angebote und digitale Services zu verzichten.“

Die Zahl der Beschäftigten ist 2009 um 4,75 Prozent von rund 35 700 auf 34 000 gesunken. Im kommenden Jahr wird ein weiterer Rückgang auf unter 33 000 Mitarbeiter erwartet.

Die Zahl der Titel ist unterdessen gestiegen. 2009 wurden bislang 82 neue Titel in den Markt eingeführt. Mit insgesamt 1530 sind es gut 50 Prozent mehr als 1990. Die Gesamtauflagenentwicklung der Publikumszeitschriften sei über die vergangenen Jahre stabil geblieben. Auch die Zeitschriftennutzung sei auf hohem Niveau stabil.

Von der Politik erwarten die Zeitschriftenverleger „vor allem keine Beschränkungen der Werbung, eine Unterstützung der Leistungsschutzrechte der Verlage und den umfassenden Schutz journalistischer Quellen“. Erforderlich sei zudem ein „fairer und transparenter Interessenausgleich“ zwischen Internet-Suchmaschinen und Verlagen. Der Medienwandel, auf den die Verlage reagieren müssten, sei „fundamental“, fügte er hinzu.

Am 16. und 17. November finden in Berlin die diesjährigen Zeitschriftentage des VDZ unter dem Motto „Neue Zeiten, neue Wege“ statt. Die 400 Mitgliedsverlage des VDZ mit mehr als 3000 Zeitschriften repräsentieren den Angaben zufolge rund 90 Prozent des deutschen Zeitschriftenmarktes.

ddp

Imre Grimm 04.11.2009
Medien & TV Neuer "Focus"-Chefredakteur - Weimerer Klassik
Imre Grimm 03.11.2009