Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Zeitungen verlieren weiter Leser
Nachrichten Medien & TV Zeitungen verlieren weiter Leser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 25.07.2012
Beliebte Onlineauftritte sorgen dafür, dass die Zeitungen in Deutschland weiterhin an Auflage verlieren. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Frankfurt/Main

In Deutschland lesen immer weniger Menschen Zeitung, vor allem der Nachwuchs informiert sich zunehmend im Internet über das Weltgeschehen. Rund 46,8 Millionen Menschen greifen täglich zu einer Zeitung, wie aus der am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Media-Analyse Presse hervorgeht. Auch die Reichweite der Blätter geht zurück: Laut Statistik erreichen sie genau zwei Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung (66,6 Prozent). Im vergangenen Jahr waren es noch 68,4 Prozent (48,08 Millionen) gewesen.

Grund für den Rückgang sei vor allem die zunehmende Beliebtheit von Online-Auftritten. „Vor allem junge Menschen nutzen unsere Angebote im Internet weiter“, sagte Gerhard Müller von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma). „Da spielt sicherlich der Preis eine Rolle, vor allem aber das geänderte Verhalten bei der Mediennutzung.“ Dieser Trend müssten die Verlage stärker nutzen.

Anzeige

Bei den Zeitschriften bleibt dagegen in der Summe alles beim Alten: Laut ag.ma lesen 92,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung Magazine, das entspricht rund 65,2 Millionen Lesern. „Die stabilen Reichweiten zeigen: Publikumszeitschriften sind vom vielbeschriebenen Wandel der Mediennutzung kaum betroffen“, sagte ag.ma-Zeitschriften-Vorstand Christian Goedecke.

Verluste fahren dagegen laut Statistik die regionalen Abo-Zeitungen ein. Sie wurden 2012 noch von 37,4 Millionen Menschen genutzt, das sind 1,8 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Überregionale Blätter und Kaufzeitungen legten dagegen insgesamt leicht zu, wenngleich einzelne bundesweit bekannte Titel Verluste einstecken müssen. Der Grund für diesen Trend: Wurden früher mehrere Zeitungen gelesen, darunter auch regionale Blätter, so wird heute oft nur noch zu einer Überregionalen oder zu einer Kaufzeitung gegriffen, wie die ag.ma erklärte. Sie organisiert regelmäßig im Auftrag von Verlagen und Werbewirtschaft die Untersuchungen.

Populärste Zeitung bleibt mit großem Abstand die „Bild“-Zeitung mit 12,3 Millionen Lesern, fast 170.000 mehr als bei der jüngsten Umfrage. Weiterhin Zugewinne verbucht bei den überregionalen Abo-Blättern die „Süddeutsche Zeitung“, die jetzt 1,48 Millionen Leser (plus 70.000) hat. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erreicht 940.000 Leser, ein Rückgang von 20.000, ebenfalls gesunken ist die Zahl der Leser der „Frankfurter Rundschau“ sowie der beiden Wirtschaftstitel „Handelsblatt“ und „Financial Times Deutschland“.
Insgesamt wurden fast 138.000 Menschen (ab 14 Jahre) nach ihrer Print-Lektüre gefragt. Auch deutschsprachige Ausländer sind dabei.

dpa

Medien & TV Veranstalter befürchten „Diskothekensterben“ - Gema unterzeichnet Vertrag mit neuer Tarifstruktur
24.07.2012