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10:36 01.06.2014
Frankreichs wohl bekanntester Polizist: Allein in sechs Filmen spielte Louis de Funès den ständig gestressten Gendarmen Cruchot. Quelle: arte
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Hannover

Keiner konnte sich so herrlich aufregen und so unglaubliche Grimassen schneiden wie er: Louis de Funès, Frankreichs Kultkomiker, der 1983 an einem Herzinfarkt starb und bis heute auch im deutschen Sprachraum eine riesige Fangemeinde hat. Comedians wie Michael Mittermeier, Bastian Pastewka oder Michael Kessler bezeichnen den „Mann mit den 40 Gesichtern in einer Minute“ als ihr Vorbild. Das kleine Energiebündel aus Frankreich, das meistens verbiesterte Spießbürger mit der Lizenz zum unkontrollierten Wutanfall spielte, begeisterte vor allem in den sechziger und siebziger Jahren in unzähligen Komödien die Zuschauer.

Am 31. Juli wäre Louis de Funès 
100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass widmet arte dem großen Komiker einen Themenabend, der aus zwei Beiträgen besteht: Im Filmspaß „Alles tanzt nach meiner Pfeife“ zeigt sich der Brachialkomiker in seiner Paraderolle als Choleriker, dem unter Druck die Gäule durchgehen. Die anschließende Dokumentation „Alles tanzt nach seiner Pfeife“ beleuchtet dann auch die private Seite des Mannes, der im Kino als Gendarm von Saint-Tropez oder als Gegenspieler des Meisterschurken Fantomas Weltruhm erlangte.

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In der 1970 gedrehten Komödie „Alles tanzt nach meiner Pfeife“, mit der arte um 20.15 Uhr seinen Themenabend beginnt, spielt Louis de Funès den Chef einer Tanztruppe. Wie ein gallischer Hahn wacht Manager Balduin über einen ganzen Stall voll hübscher Tänzerinnen, diktiert ihre Diät und achtet vor allem darauf, dass ihnen kein Mann zu nahe kommt. Außerdem kümmert er sich um seinen Neffen Philippe, gespielt von Louis de Funès‘ damals 21-jährigem Sohn Olivier de Funès, der im Tanzorchester die Trommel rührt und sich zum Ärger seines strengen Onkels ständig neu verliebt. Als Balduin während eines Gastspiels der Tanztruppe in Rom einen Säugling in seinem Hotelzimmer findet und erfährt, dass es sich bei dem Baby wohl um das Kind einer Italienerin handelt, die Philippe während eines früheren Rom-Besuchs verführt haben soll, ist das Entsetzen groß – und der vielleicht berühmteste Choleriker der Filmgeschichte ganz in seinem Element.

Die anschließende Dokumentation „Alles tanzt nach seiner Pfeife“ 
(21.30 Uhr) beschäftigt sich mit der Frage, wie Louis de Funès zum populärsten Komiker Frankreichs werden konnte. Die Schauspieler Jamel Debbouze, Alexandre Astier und andere Kenner und Fans des 1983 im Alter von 68 Jahren gestorbenen Louis de Funès zeigen, was für ein disziplinierter Arbeiter der als Sohn spanischer Einwanderer geborene Schauspieler war und wie er seine Begabung für Situationskomik zu nutzen verstand. Außerdem bewahrte sich Funès, der auch am Klavier eine gute Figur abgab, zeit seines Lebens das Gemüt eines Kindes, obwohl er seine Ziele mit großer Hartnäckigkeit verfolgte.

So drehte Funès 1964 in nur vier Monaten drei Filme nacheinander, die allesamt zu Kassenschlagern wurden – darunter „Der Gendarm von Saint Tropez“, in dem er in einer seiner Paraderollen den dauergestressten Polizisten Cruchot spielte, der sich im Badeort mit aufmüpfigen Nudisten und trotteligen Kollegen herumärgern muss. Als Cruchot war Funès noch in fünf weiteren Filmen zu sehen, außerdem in etlichen „Balduin“-Streifen, so im 1967 gedrehten „Balduin der Ferienschreck“, in Deutschland auch bekannt unter dem schönen Titel: „Der Brausekopf mit den Sausebeinen“.

von Martin Weber

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