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Medien & TV Zuschauer haben nichts gegen versteckte Werbung
Nachrichten Medien & TV Zuschauer haben nichts gegen versteckte Werbung
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13:53 25.03.2009
Produktwerbung: In der Lieblingsserie okay, in Nachrichtensendungen für Zuschauer tabu. Quelle: Jörg Koch/ddp
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Voraussetzung für die Akzeptanz sei jedoch die Kenntlichmachung durch den ausstrahlenden Sender, wie es in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Untersuchung „Trennung von Werbung und Programm im Fernsehen“ der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein heißt.

Grundsätzlich abgelehnt würden Produktplatzierungen in Informations- und Nachrichtensendungen, sagte Helmut Volpers vom Institut für Informationswissenschaft der Fachhochschule Köln und Autor der Studie. Durch die Ergebnisse könne ein klarer Rechtsrahmen für Produktplatzierungen entwickelt werden, sagte Volpers mit Blick auf eine von der EU-Kommission geplante Liberalisierung.

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Da ARD und ZDF, anders als die Privatsender, nicht der Aufsicht der Landesmedienanstalten unterliegen, sondern von Aufsichtsgremien wie Rundfunk- oder Verwaltungsräten kontrolliert werden, richten sich die Ergebnisse der Studie vor allem an die privaten Sender.

Ein Umstand, der für Kritik sorgt: „Die Werberegulierung muss in eine Hand“, forderte Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Die öffentlich-rechtlichen Sender zeigten sich „erfinderisch“, mit Begriffen wie Beistellung und Sponsoring das Wort Werbung zu umgehen. „Es geht nicht gerecht zu“, sagte Schneider weiter.

Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach für einen werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgesprochen. In Deutschland wird unterdessen eine Einschränkung des sogenannten Sponsorings diskutiert, das den öffentlich-rechtlichen Sendern Werbung nach 20 Uhr ermöglicht.

ddp