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15:20 04.02.2019
Apple Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox: Welche Sicherheits-Features bieten die gängigen Browser und was sollte man beim Surfen beachten? Quelle: dpa
Hannover

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Wie viele das sind und wie gut die Daten, die wir selbst eingeben oder aber durch unser Verhalten preisgeben, geschützt sind, hängt auch vom verwendeten Browser ab.

Daneben kommt es aber vor allem auf unser eigenes Verhalten an: „Das Wichtigste ist, dass – egal, welchen Browser man einsetzt – dieser regelmäßig aktualisiert wird, sodass bekannte Sicherheitslücken geschlossen werden“, erklärt Stephan Dörner, Onlinechefredakteur des Fachmagazins „t3n“.

Ansonsten könne es sinnvoll sein, einen zweiten Browser für besondere Zwecke einzusetzen. „Wer hier auf Nummer sicher gehen will, kann etwa den auf Firefox basierenden Tor-Browser benutzen, der die eigenen Daten durch allerlei Maßnahmen verschleiert.“ Hierfür müssen Nutzer allerdings längere Ladezeiten in Kauf nehmen.

Wer besonders sicher gehen will, kann einen zweiten Browser auch innerhalb einer virtuellen Maschine einrichten, in der ein eigenes Betriebssystem wie Linux oder Windows läuft. Das hat den Vorteil, dass bei einem Angriff in der Regel nicht das Gast-Betriebssystem, sondern nur das System innerhalb der virtuellen Maschine betroffen ist.

Internet Explorer „einmotten“

Wichtigste Verhaltensmaßnahme für Internetnutzer: Jedes Passwort sollte einzigartig sein und nicht doppelt verwendet werden. Einige Browser bieten hierfür eine integrierte Passwortverwaltung mit Masterpasswort an. Oder aber man installiert zusätzlich einen Passwort-Manager. Wer keine automatisch generierten Passwörter verwenden will, sollte keinesfalls auf Begriffe zurückgreifen, die im Lexikon stehen.

„Ansonsten gilt eine gesunde Skepsis beim Download von Dateien aus unbekannter Quelle“, sagt Stephan Dörner. Gefährlich seien hier ausführbare Dateien (unter Windows mit der Endung „.exe“); aber auch Office-Dokumente oder selbst PDF-Dateien können Malware enthalten, vor allem, wenn Makros aktiviert sind. Deshalb ist es wichtig, neben dem Browser auch den Virenschutz aktuell zu halten.

„Wer außerdem in der Firma nicht auf Windows, sondern Mac oder Linux setzt, ist vor der allermeisten Malware ‚von der Stange‘ gefeit.“ Aus IT-Sicherheitssicht sei vor allem eine Browserlandschaft gut, die nicht nur von einer Software dominiert wird, denn das mache es Cyberkriminellen unnötig leicht. Von einem Browser rät der Experte allerdings ab: „Wer noch den Internet Explorer einsetzt, sollte ihn auf jeden Fall einmotten und entweder auf Chrome, Firefox oder Microsofts aktuellen Browser Edge umsteigen.“

Die beliebtesten Browser im Überblick

Wir haben einen Überblick über die gängigsten Browser zusammengestellt und erklären, welche Sicherheits-Features diese bieten.

Firefox

Die gemeinnützige Mozilla Foundation veröffentlichte den auf einem eigenständigen Open-Source-Projekt basierenden Webbrowser erstmals 2002. Ein Master-Passwort kann im Bereich „Einstellungen“ unter „Datenschutz & Sicherheit“ manuell konfiguriert werden. Die optionale Installation von Add-ons bietet weitere Sicherheitsmöglichkeiten wie etwa Script-Blocker oder Container zum Schutz vor Aktivitätenverfolgung innerhalb eines Fensters.

Google Chrome

Der Webbrowser des US-amerikanischen Google-Konzerns, zu dem auch die gleichnamige Suchmaschine, das Videoportal Youtube, der E-Mail-Dienst Gmail und das Smartphone-Betriebssystem Android gehören, kam 2008 auf den Markt und basiert auf der Open-Source-Software Chromium. Die Verwendung von „Google Smart Lock“ als Passwort-Manager setzt eine Google-Kontoanmeldung voraus.

Microsoft Edge

Microsofts aktueller Standardbrowser löste 2015 mit der Einführung von Windows 10 den bis dahin auf den Geräten vorinstallierten Internet Explorer ab. Einen Passwortmanager mit Master-Passwort bietet der Browser derzeit nicht. Im Dezember kündigte das Unternehmen an, die Software künftig auf Googles Chromium umzustellen und auch Versionen für ältere Windows-Systeme sowie für Mac anzubieten.

Apple Safari

Der Standardbrowser von Apple für Mac und iOS erschien erstmals 2003. Der „iCloud-Schlüsselbund“ speichert Kontodaten, Passwörter und Kreditkartennummern. Werden Kennwörter erstmals benutzt oder geändert, schlägt das Tool automatisch starke Passwortkombinationen vor und warnt bei Mehrfachnutzungen. Die Funktion „Intelligent Tracking Prevention 2.0“ soll Tracking unterbinden, indem etwa Cookies automatisch entfernt werden und lediglich die Standardkonfiguration des Geräts übermittelt wird.

Opera

Der 1996 erschienene Webbrowser, der ebenfalls Googles Chromium nutzt, wurde in Norwegen entwickelt und gehört seit 2016 einem chinesischen Konsortium. Eine Besonderheit ist die integrierte Möglichkeit, über einen VPN-Server zu surfen. Passwörter werden ausschließlich verschlüsselt gespeichert und können mit einem Zusatztool ausgelesen werden. Ein Masterpasswort kann manuell konfiguriert werden.

Tor Browser

Das über Sponsoren finanzierte Tor-Projekt setzt sich für anonymes Surfen im Internet ein. Das hierfür genutzte Tor-Netzwerk beruht auf dem Onion-Routing-Prinzip und baut eine verschlüsselte Internetverbindung über eine Kette von drei Tor-Servern auf. Nutzer müssen hierfür allerdings längere Ladezeiten in Kauf nehmen. Der Browser beruht auf einer modifizierten Firefox-Version, mit der auch ein Masterpasswort erstellt werden kann.

Von RND/Lisa Stegner

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