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Netzwelt Depressionen sind #NotJustSad
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12:31 13.11.2014
Inspiriert von Jenna Shotguns Tweets wurde die Depressions-Debatte auf Twitter angestoßen. Unter dem Hashtag #NotJustSad schildern hunderte Betroffene ihre Sicht. Quelle: Victoria Bonn-Meuser

Inspiriert von Sex and the City schreibt Jenna Shotgun, die im wahren Leben Jana Seelig heißt, einen Lifestyle-Blog. Ganz in schwarz, die Beine überkreuzt, knallroter Lippenstift, der Gesichtsausdruck starr: So transportiert sie das Image einer selbst- und modebewussten Frau. Bis am Montagabend die Fassade mit zwei von ihr abgesetzten Tweets einstürzt.


Unter dem Hashtag #notjustsad entwickelt sich, inspiriert durch die Tweets von @isayshotgun, in atemberaubender Geschwindigkeit eine Depressions-Bewegung. Hunderte Nutzer schildern ihre Erfahrungen mit der Volkskrankheit. Mancher Tweet ist so schockierend ehrlich, dass die spürbare Verzweiflung kaum zu ertragen ist.


Bereits nach dem Suizid von Hannover 96-Torwart Robert Enke vor fünf Jahren geriet der öffentliche Umgang mit der psychischen Erkrankung in die Kritik. Dass die damalige Debatte um die Tabuisierung von Depressionen Wirkung gezeigt hat, aber noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigt #notjustsad: Sich über die eigene Depression zu äußern ist zwar heute kein Tabu mehr, mit beruflichen und privaten Konsequenzen müssen Betroffene trotzdem rechnen.

Dass Depression mehr ist als #notjustsad, mehr als nur traurig sein, ist in der Allgemeinheit offensichtlich noch immer nicht angekommen. Wer selbst keine Depressionen hat, dürfe auch nicht mitreden, meint Jenna.

Die Tweets machen klar: Die Komplexizität der Krankheit können nur Betroffene nachvollziehen, Außenstehende verwechseln die Symptome zu häufig noch mit Traurigkeit. Gerade hier hat Jenna Shotgun vielen aus der Seele gesprochen, indem sie klarmacht: Wenn die Bewältigung des Alltags zu anstrengend sei, Selbstzweifel zu Appetitlosigkeit und Schlafstörungen führen, sei das kein „selbsgewählter Lifestyle“ sondern eine ernstzunehmende Krankheit.

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