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Meinung Vom Ehrgeiz, ein guter Chef zu sein
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01:15 13.12.2018
Bietet der Chef nach der Lehre eine gute Perspektive im Betrieb? Auch davon hängt ab, wie zufrieden Auszubildende sind. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Hannover

Widrigkeiten gehören zum Berufsleben. Und manchmal auch Arbeiten, die man nicht gerne macht. Diese Erfahrung kann man jungen Mitarbeitern nicht ersparen, und die meisten Nachwuchskräfte sind leistungsbereit genug, auch unangenehmere Phasen durchzustehen.

Wenn jedoch Auszubildende schon zum Beginn ihrer Berufslaufbahn häufig Frust am Arbeitsplatz erleben, dann läuft etwas schief. Solche Enttäuschungen können dazu führen, dass Nachwuchskräfte einen Beruf aufgeben, nur, weil in ihrem Lehrbetrieb schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. Regelmäßige Überstunden, Arbeiten, die mit dem eigentlichen Lehrberuf wenig zu tun haben und vom Ausbildungsplan abweichen – Derartiges ist nicht akzeptabel, zumal sich Lehrlinge schwer dagegen wehren können.

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In den meisten Betrieben läuft es allerdings deutlich besser als in den vom Deutschen Gewerkschaftsbund kritisierten Fällen. Knapp 70 Prozent der Befragten sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Bei denen, die unzufrieden sind, muss man sich die Gründe genauer anschauen: Mitunter kann es auch daran liegen, dass jemand seinen Wunschberuf nicht ergreifen konnte – und seine Ausbildung nun nur als „Notlösung“ betrachtet.

Viele Betriebe haben inzwischen große Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie sind schon aus eigenem Interesse bemüht, Lehrlinge gut auszubilden und zu behandeln – und ihnen eine Perspektive zu bieten. Und je mehr es an Fachkräften mangelt, desto mehr müssen sich Unternehmer künftig anstrengen, für junge Leute überzeugende Chefs zu sein.

Von Dirk Stelzl

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