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Börsenwoche: Stürmische Zeiten

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20:33 11.08.2019
Geht es weiter abwärts? Viele Investoren sind verunsichert. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Hannover

Am deutschen Aktienmarkt könnten politische Risiken den Anlegern auch in der neuen Woche die Laune verderben. Während die Berichtssaison der Unternehmen ihren Höhepunkt mittlerweile überschritten hat, drohen weitere Belastungen durch die internationalen Handelskonflikte. Hinzu kommt die Regierungskrise in Italien. Dort ist die Populisten-Allianz aus rechter Lega und Fünf-Sterne-Bewegung nach nur 14 Monaten an der Macht wohl gescheitert. Nun sind Neuwahlen wahrscheinlich, was Unruhe an den Börsen auslöst. Und mit der Wahl von Boris Johnson zum britischen Premierminister ist die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen am 31. Oktober gestiegen. Auch dies erhöht die Unsicherheit an den Märkten.

„Uns steht ein heißer Börsenherbst bevor“, sagt Robert Greil, der Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Gemeinsam mit zunehmenden Rezessionssorgen gebe es genügend Zündstoff – und damit auch stärkere Kursausschläge. Ein weiterer Belastungsfaktor ist der „Währungskrieg“, wie Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba-Thüringen erklärt. Die chinesische Währung hat deutlich abgewertet. US-Präsident Donald Trump betrachtet dies als weiteren Affront. Marktbeobachter befürchten, dass China seine Währung als „Waffe“ im Handelskonflikt einsetze, um die Exporte anzukurbeln.

In der neuen Woche zeigen einige frische Konjunkturdaten, inwiefern die Handelskonflikte Spuren in der Wirtschaft hinterlassen haben. So nehmen die Experten der Postbank an, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal bestenfalls stagniert hat.

Von Lutz Alexander