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20:42 26.02.2019
Eine Marke für den chinesischen Markt: Mit dem Jetta will sich VW in der Volksrepublik an neue Käuferschichten wenden. Quelle: Volkswagen AG
Hannover.

Anfang vergangenen Jahres hatte alles noch so gut ausgesehen wie immer: Volkswagen würde in China auch 2018 wieder mehr Autos verkaufen als in den zwölf Monaten davor, hieß es. Der Konzern werde mindestens so stark zulegen wie der Markt insgesamt – und als gängige Prognosen wurden immerhin Wachstumswerte von ordentlichen 4 Prozent gehandelt. Kleinere Schwierigkeiten könne es allenfalls im ersten Quartal geben, so die Annahme. Eine echte Schwächephase aber, gar eine längere, galt als ausgeschlossen.

Diese Fehleinschätzung ist den Optimisten nicht zu verdenken: Wenn es immer nur aufwärts geht, kann sich Krisen eben kaum noch jemand vorstellen. Volkswagen hat sich sogar vergleichsweise gut geschlagen: Während der chinesische Automarkt insgesamt um 4 Prozent schrumpfte, konnte der Konzern immerhin ein leichtes Plus bei den Auslieferungen für sich verbuchen. Andererseits ist kein anderer ausländischer Hersteller so abhängig von der Volksrepublik wie VW: Die Wolfsburger verkaufen dort 40 Prozent ihrer Fahrzeuge.

Bisher ist Volkswagen mit vier Marken in China vertreten – aber für junge Kunden ist das Angebot im unteren Preissegment sehr übersichtlich. Dass der Konzern diese Lücke mit günstigeren Modellen schließen will, ist deshalb nachvollziehbar. Gewagt hingegen erscheint – zumindest aus europäischer Perspektive – der Name des Projekts: In der Erinnerung hiesiger Kunden strahlt der Jetta eher ungelenke Klobigkeit aus als jugendliche Dynamik. Aber in China soll das ja angeblich anders sein. Hoffentlich behält VW wenigstens mit dieser Vorhersage recht.

Von Jens Heitmann

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