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Meinung Die Spaltung der Gesellschaft ist Trumps Geschäftsmodell
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19:51 06.02.2019
Donald Trump, Präsident der USA, dirigiert während seiner Rede im Kongress ein Geburtstagsständchen für Judah Samet, der den Holocaust und das Attentat in der Synagoge in Pittsburgh überlebt hatte. Quelle: Andrew Harnik/dpa
Washington

Mal klangen die Worte pathetisch, mal leidenschaftslos abgelesen. Auf eine klare Botschaft wartete man vergeblich. Und dann saß minutenlang auch noch die überlange rote Krawatte, das Markenzeichen des Präsidenten, ziemlich schief.

Bei seiner Rede zur Lage der Nation wollte Donald Trump in der Nacht zum Mittwoch den Staatsmann geben. Doch man muss feststellen: diese Rolle steht dem Poltergeist einfach nicht.

Zusammenarbeit nur unter einer Bedingung

Seine Forderung nach Aussöhnung hatte Trump schon vor der Rede mit beleidigenden Ausfällen gegen führende Politiker der Demokraten konterkariert. Das Angebot zur überparteilichen Zusammenarbeit knüpfte er an die unerhörte Bedingung, dass der Kongress seine zahlreichen Affären nicht mehr untersucht.

Die pathetische Beschwörung der „grünen Farmen von Kentucky und der goldenen Strände Kaliforniens“ klang hohl. Umso demagogischer feuerte Trump seine Basis mit der pauschalen Diffamierung von Migranten und Abtreibungsbefürwortern an.

Rassismus, Waffengewalt und Klimawandel kein Thema

Ein paar versöhnliche Floskeln, die ihm seine Berater in den Text hineinredigiert haben, ändern nichts an dem Befund: Nicht die Einheit, sondern die Spaltung der Gesellschaft ist Trumps Geschäftsmodell. An Kompromissen hat er nur dann Interesse, wenn sie zu seinen Bedingungen geschlossen werden.

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Der wachsende Rassismus, die alltägliche Waffengewalt und der Klimawandel kamen in seiner Rede mit keinem Wort vor. Dafür gab es jede Menge Eigenlob mit teils bizarr verzerrten Behauptungen. Was der Präsident vortrug, war nicht „die Agenda des amerikanischen Volkes“, wie er behauptet.

Es war die Agenda von Donald Trump. Dass der Narzisst den Unterschied nicht einmal ansatzweise versteht, sagt mehr über die traurige Lage der amerikanischen Nation aus als eine 90-minütige Sonntagsrede im holzgetäfelten US-Kongress.

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Von Karl Doemens/RND

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