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Meinung Johnson Controls in Hannover: Mehr Chancen als Risiken
Nachrichten Meinung Johnson Controls in Hannover: Mehr Chancen als Risiken
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22:08 10.08.2018
Effiziente Produktion: Ein Mitarbeiter des Batterieherstellers Johnson Controls bei der Endkontrolle.
Effiziente Produktion: Ein Mitarbeiter des Batterieherstellers Johnson Controls bei der Endkontrolle. Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

Wenn ein Konzern erwägt, ein Segment abzustoßen, verunsichert das die Beschäftigten normalerweise. Die Mitarbeiter der Batteriesparte von Johnson Controls in Hannover können jedoch vergleichsweise gelassen in die Zukunft blicken. Falls wirklich der Eigentümer wechselt, sind Nachteile eher unwahrscheinlich. Vielleicht überwiegen am Ende sogar die Vorteile.

Das liegt zum einen an der guten Ausgangsposition der Sparte. Sie ist keine „Bad Bank“ – sondern ein profitabler Weltmarktführer, der mit hoch automatisierter Produktion seine Größenvorteile vor der Konkurrenz ausspielt. Der Standort Hannover spielt dabei die zentrale Rolle: Er entwickelt auch Produktionsanlagen für andere Fabriken des Unternehmens, zum Beispiel in China. Das Know-how der Sparte liegt also vor allem am Mittellandkanal. Ein Ende des Wachstums ist nicht absehbar, weil auch in Elektroautos noch Bleisäurebatterien stecken.

Zum anderen haben die anderen Geschäftsbereiche von Johnson Controls wenig bis nichts mit Batterien und Autos zu tun. Der Konzern konzentriert sich immer stärker auf Gebäudetechnik, etwa Wärmepumpen und Lüftungssysteme für ganz normale Wohngebäude, aber auch für Flughäfen. Vor zwei Jahren übernahm er dazu passend den irischen Brandschutz-Spezialisten Tyco. Seitdem hat das Unternehmen insgesamt rund 120 000 Mitarbeiter, und die Batteriesparte ist nur noch ein kleines Anhängsel – zwar ein profitables, aber keines, mit dem man Synergien heben kann. Andersherum betrachtet: Ohne Johnson Controls könnten die Batteriespezialisten sich wohl noch besser entfalten.

Von Christian Wölbert

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