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Meinung Bewährungshelfer aus den USA
Nachrichten Meinung Bewährungshelfer aus den USA
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18:35 27.08.2018
Der von den US-Behörden bei Volkswagen eingesetzte US-Aufseher Larry Thompson legt seinen Zwischenbericht vor – neben Hiltrud Werner, Volkswagen-Konzernvorstand für Integrität und Recht. Quelle: dpa
Hannover

Beim Wandel der Unternehmenskultur hat Volkswagen schon beachtliche Fortschritte gemacht – modisch betrachtet zumindest. Mit dem früheren Vorstandschef Martin Winterkorn ist auch der Zweireiher verschwunden, inzwischen dürfen die Manager in Wolfsburg bis auf wenige Ausnahmen auch die Krawatte weglassen. Als Ausweis neuer Lockerheit gilt zudem das Duzen von Vorgesetzten – selbst wenn der „Herbert“ nach launiger Begrüßung nachfolgend sicherheitshalber doch wieder als „Dr. Diess“ angesprochen wird.

Noch ist nicht erkennbar, ob der von der Konzernspitze verordnete Kulturwandel mehr ist als eine vergleichsweise billige Geste, um bei Kunden und Aktionären Vertrauen zurückzugewinnen. Dass es Hiltrud Werner ernst meint mit der Implementierung eines veränderten Wertesytems in der bisweilen wunderlichen Welt von Volkswagen, darf man der für Integrität und Recht zuständigen Managerin abnehmen. Im Vorstand aber hat sie nur eine Stimme – ihr wichtigster Verbündeter könnte deshalb Larry Thompson werden.

Der frühere stellvertretende US-Justizminister ist für Volkswagen eine Art Bewährungshelfer. Dass ihm die Aufarbeitung der Diesel-Affäre nicht schnell genug geht, hat der Aufpasser aus Amerika schon anklingen lassen – und den Rauswurf von mutmaßlichen Betrugshelfern angemahnt. An Thompson kommt in Wolfsburg bis auf weiteres niemand vorbei: Mit modischem Schnickschnack, Stuhlkreisen für das Management und vagen Versprechungen allein wird er sich nicht abspeisen lassen. Für den Konzern und seine Kunden kann das nur von Vorteil sein.

Von Jens Heitmann

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