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Kommentar: Metros nächstes Desaster

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00:18 12.05.2019
Die kriselnde Supermarktkette Real gehört aktuell noch zur Metro-Gruppe. Quelle: Federico Gambarini/dpa
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 Hannover

Als „agil, flexibel und innovativ“ bezeichnet sich die Metro-Gruppe auf ihrer Website. Man sei ein „Möglichmacher“ und „Lösungsanbieter“. Die jüngere Geschichte zeichnet jedoch eher das Bild eines Konzerns, der Probleme aussitzt und Krisenfälle produziert.

Zum Beispiel scheiterte Metro daran, Kaufhof zukunftsfest aufzustellen. 2015 wurde die Tochter verkauft, bald darauf spitzte sich ihre Krise zu. Media Markt und Saturn gehörten bis 2017 zu Metro, seit dem vergangenen Jahr haben sie ebenfalls Schwierigkeiten. Das dritte Beispiel liefert nun Real: Die Kette läuft unter Metro-Ägide seit vielen Jahren schlecht. Nun will der Konzern auch sie loswerden und sich auf den Großhandel konzentrieren.

Im Moment sieht es so aus, als würde Metro das gesamte Unternehmen an den Immobilienentwickler Redos losschlagen. Diesem fiele dann wohl die Aufgabe zu, Real zu filetieren. Vermutlich würden im Zuge dessen viele Mitarbeiter ihren Job verlieren oder zu Konkurrenten wechseln müssen, eventuell mit schlechteren Gehältern. Auch wenn die Metro-Gruppe dann nur noch Minderheitseigentümer sein sollte: Die moralische Verantwortung müsste sie übernehmen.

Denn sie hätte Real im vergangenen Jahrzehnt sanieren können. Es gab die wirtschaftliche Chance: Der Lebensmitteleinzelhandel ist stetig gewachsen, Edeka und Rewe haben vorgemacht, wie man Lust aufs Einkaufen weckt. Reals „Markthallen“-Konzept kam hingegen zu spät und zu zaghaft. Falls Real zerschlagen wird, wäre dies für Verbraucher und Lebensmittelproduzenten eine schlechte Nachricht. Die Konzentration im Handel ist bereits jetzt hoch. Fällt Real weg, gewinnen Edeka, Lidl, Rewe und Aldi noch mehr Einkaufsmacht.

Von Christian Wölbert

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