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Kommentar zu Boeing: Teure Erkenntnis

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21:17 03.06.2019
Das Startverbot für Boeing-737-Max-Maschinen macht dem Tui-Konzern schwer zu schaffen. Quelle: imago images / Belga
Hannover

Das andauernde Startverbot für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max hat auch seine guten Seiten – zumindest für spekulative Anleger wie Friedrich Joussen. Der Tui-Chef hatte im April für 1,4 Millionen Euro Aktien „seines“ Unternehmens gekauft, nachdem der Kurs auch wegen der technischen Probleme für das neue Flugzeug unter Druck geraten war. Nun, da es für den Konzern an der Börse weiter abwärts geht, böte sich neuerlich die Chance auf ein Schnäppchen – vorausgesetzt natürlich, dass man den eigenen Prognosen für die weitere Zukunft glaubt.

Nicht nur die Tui haben die Mängel an der 737-Max überrascht, die gesamte Branche zeigt sich konsterniert. Der Verdacht, dass ein Hersteller wie Boeing die Sicherheit von Passagieren und Besatzungen wissentlich aufs Spiel gesetzt haben könnte, zerrt am Selbstverständnis: Der Erfolg der Fluggesellschaften hängt an dem Versprechen, in diesem Punkt keine Kompromisse zu machen. Zusätzliche wichtige Sicherheitssensoren dürfen keine Kaufoption nur gegen Aufpreis sein, wenn es um Menschenleben geht.

Für Boeing könnte das noch zu einer teuren Erkenntnis werden. Neben den Forderungen der Hinterbliebenen kommen auf den Konzern erhebliche Schadensersatzforderungen der Airlines zu. Gegen die negativen Folgen technischer Nachbesserungen kann man sich zwar versichern, aber diese Garantien greifen nur, wenn die Hersteller nicht fahrlässig handeln. Genau das steht bei Boeing infrage: Zwischen dem ersten und dem zweiten Absturz einer 737-Max in Indonesien und Äthiopien vergingen immerhin fünf Monate.

Von Jens Heitmann

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