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Kommentar zu Continental: Alle Seiten stehen blamiert da

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20:56 25.09.2019
Plant einen weitreichenden Konzernumbau: Der hannoversche Zulieferer Continental. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

In der aktuellen Krise von Continentalsehen alle Beteiligten nicht gut aus. Als vor einem Jahr die ersten Symptome sichtbar wurden, hatte der Vorstand zunächst versucht, die Verantwortung auf das mittlere Management abzuschieben. In der Folge wurden die eigenen Erwartungen dann etwas schwammiger formuliert, an Gewinnwarnungen kam man dennoch nicht vorbei. Sogar der groß angekündigte Börsengang der Antriebssparte könnte scheitern – um das Gesicht zu wahren, wird nun ein bloße Abspaltung als Alternative angepriesen.

Aber nicht nur die Konzernführung hat sich von den Erfolgen der Vergangenheit blenden lassen – auch die Arbeitnehmervertreter wurden vom plötzlichen Auftragseinbruch kalt erwischt. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie „Eckpunkte“ zur Beschäftigungssicherung unterschrieben haben, die jetzt offenbar nicht einklagbar sind? Augenscheinlich haben sich die Vertreter der Gewerkschaften und die Betriebsräte nicht vorstellen können, dass der zehn Jahre währende Aufschwung der Wirtschaft im Allgemeinen und in der Automobilindustrie im Besonderen einmal zu Ende gehen könnte.

Nun stehen beide Seiten blamiert da. Das ist keine gute Voraussetzung für eine gemeinsame Kraftanstrengung. Dabei wäre es wichtig, dass der Vorstand und die Vertreter der Arbeitnehmer Seit’ an Seit’ nach einem Ausweg aus der Malaise suchen. Noch steht Continental im Vergleich zur Konkurrenz recht gut da: Der Konzern verfügt über genügend Rücklagen, um kraftvoll in attraktive Wachstumsfelder der Zukunft zu investieren. Nur muss es auch losgehen.

Von Jens Heitmann

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