Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Endlose Hängepartie
Nachrichten Meinung Endlose Hängepartie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:56 25.01.2019
Filialen von Karstadt und Kaufhof in Düsseldorf: Die Mitarbeiter müssen weiter zittern. Quelle: Marius Becker/dpa
Anzeige
Hannover

Seit eineinhalb Jahren spitzt sich die Krise der Warenhauskette Kaufhof zu. Seitdem zittern auch die Mitarbeiter um ihre Jobs und hoffen auf Klarheit. Nun steht fest: Die Fusion mit Karstadt kostet tatsächlich Tausende Arbeitsplätze. Doch eine klare Zukunftsperspektive ist immer noch nicht in Sicht – weder für die einzelnen Mitarbeiter noch für Kaufhof als Ganzes.

Für die Angestellten ist es schlimm genug, dass ihre neuen Eigentümer und Chefs erst jetzt anfangen, mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft Verdi zu verhandeln. Klarheit für jeden Einzelnen gibt es frühestens in einigen Monaten.

Anzeige

Obendrein schreibt das Unternehmen, dass es „zunächst keine sanierungsbedingten Filialschließungen“ geben soll. Eine verbindliche Aussage ist das nicht. Damit vergibt Karstadt die Chance, den Kaufhof-Mitarbeitern jetzt zumindest ein klein wenig mehr Sicherheit zu bieten. Die ohnehin ungewöhnlich lange Hängepartie geht weiter. Für die Motivation der Mannschaft ist das Gift. Nebulös bleibt auch, wie die Umsatzrückgänge gestoppt werden sollen. Sparmaßnahmen allein mögen die Kette kurzfristig stabilisieren – eine Strategie gegen Amazon, Zalando und Co. sind sie nicht.

Allerdings muss man auch daran erinnern, dass nicht Karstadt die Kaufhof-Krise verursacht hat, sondern der alte Eigentümer HBC. Die Kanadier hatten nie ernsthaft versucht, ihre deutsche Tochter fit für die Zukunft zu machen. Bei Karstadt erkennt man hingegen zumindest den Willen, das Unternehmen, mit harten Einschnitten, zu sanieren.

Von Christian Wölbert

24.01.2019
Meinung Kommentar zum Emissionsrechtehandel - Der Rahmen ist jetzt richtig gesetzt
22.01.2019