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Kommentar zu Kulturhauptstadt Hannover: Eine Bewerbung, die Mut macht

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08:00 11.09.2019
Gegen den Strich und selbstironisch: Erste Ideen für die Kulturhauptstadtkampagne der Stadt Hannover – die Plakate vor dem Rathaus. Quelle: Clemens Heidrich

Geht es jetzt endlich richtig los mit der Kulturhauptstadt? Ja: Die Bewerbung ist mit der Präsentation des Bid Books in die heiße Phase eingetreten. Ob Hannover eine Chance auf den Titel hat, entscheidet sich jetzt. Ist die Stadt deshalb auch plötzlich begeistert von der Aussicht Kulturhauptstadt zu werden? Nein: Konkrete Projekte, an denen sich solche Begeisterung breit entzünden könnte, sind immer noch nicht in Sicht.

Bisher bedingt massentauglich

Das aber ist kein Fehler – es ist der normale Ablauf der Bewerbung, die eben erst in der zweiten Runde in die Details geht. Noch bleibt die Kulturhauptstadt abstrakt – und damit nur bedingt massentauglich.

Hannover muss also erst diese zweite Runde des Verfahrens erreichen, um ernsthaft an selige Expo-Stimmung anknüpfen zu können. Die Präsentation am Dienstag hat Mut gemacht, dass das gelingen kann.

Hannover muss Risiko gehen

Hannovers Bewerbung ist gegen den Strich gebürstet, sie unterscheidet sich von dem, was im Kulturhauptstadtgeschäft üblich ist. Sie ist charmant selbstironisch und hat einen fast waghalsigen Willen zur Kunst. All das ist ein Risiko: Wie wird die Jury auf das Ungewohnte reagieren?

Doch ohne Risiko wäre Hannover wohl ohne Chance gegen Städte wie Chemnitz oder Dresden, die mit Kultur gegen Rechts kämpfen werden. So aber bleibt man gespannt auf das Ende der Hannover-Erzählung, die heute begonnen hat. Und kann träumen von einem Happy-End.

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Provokante Plakate vor dem Rathaus – bei der Präsentation der Bewerbung Hannovers als Kulturhauptstadt haben die Macher Poster gezeigt, die an Wahlplakate erinnern und deren Botschaften sich in den Köpfen der Bürger verhaken sollen. Hier zeigen wir die Motive.

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