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Meinung Auf dünnem Eis
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20:31 18.03.2019
Richtet den Autokonzern auf E-Mobilität aus: VW-Chef Herbert Diess. Quelle: Christophe Gateau/dpa
 Hannover

Vielleicht geht am Ende für VW alles gut. Vielleicht reißt die Kundschaft sich bald um die Elektroautos, die gerade in Wolfsburg entwickelt werden. Vielleicht profitiert das Klima, vielleicht wird Herbert Diess bald als europäische Antwort auf Tesla-Chef Elon Musk gefeiert. Doch nach Stand der Dinge muss man die Elektropläne des Konzerns als gewagt bezeichnen.

Im Jahr 2030 sollen 40 Prozent seiner Autos einen E-Antrieb haben. Darauf richtet er sich aus – mit Milliarden-Investitionen in Fabriken und Milliarden-Aufträgen für Batterielieferanten. Doch das Ziel ist ehrgeizig. Das zeigt nicht nur der Vergleich zu anderen Massenherstellern wie Toyota, die auf Hybride setzen, also im Kern am Verbrenner festhalten. Das zeigt auch der Druck, den VW nun auf die Politik ausübt: Die Wolfsburger wissen, dass sie nur eine Chance haben, wenn die Bundesregierung mit anschiebt. Darauf können sie sich allerdings nicht verlassen.

Auch argumentativ bewegt VW-Chef Diess sich auf dünnem Eis. Er begründet seine Strategie mit dem Klima. Um die Erderwärmung zu stoppen, müsse das Auto schnellstmöglich sauberer werden, sagt er. Und die E-Mobilität sei die einzige Technologie, mit der das heute machbar ist. Er liegt zwar richtig damit, dass die Brennstoffzelle noch viel zu teuer für den Massenmarkt ist. Doch das E-Auto ist auch nicht die Lösung aller Umweltprobleme. Studien zeigen, dass Batteriefahrzeuge erst nach etwa 100 000 Kilometern eine bessere Klimabilanz haben als Verbrenner. Nähme Diess sein Klima-Mantra so ernst, wie er es klingen lässt, müsste er die Kunden zum Umstieg aufs Fahrrad aufrufen.

Von Christian Wölbert

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