Kommentar zum ADAC-Fahrradtest: Radfahrer brauchen in Hannover mehr Platz
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Kommentar zum ADAC-Fahrradtest: Radfahrer brauchen in Hannover mehr Platz

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17:37 15.10.2020
Fahrradaktivisten haben wiederholt mit Schwimmnudeln als Abstandshalter zum Autoverkehr für mehr Platz demonstriert. Quelle: Katrin Kutter/Archiv (Symbolbild)
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Hannover

Es gibt nicht zu wenige Tests, in denen die Fahrradfreundlichkeit von Städten untersucht wird. Manche Resultate wird man im Rathaus gerne lesen, andere weniger. Beim bundesweit wichtigsten Fahrradtest vom ADFC etwa war Hannover zuletzt im Spitzenfeld, bei der Autolobby vom ADAC dagegen ganz hinten.

Die Ansprüche der Radfahrer sind gewachsen

Was auf den ersten Blick verwirrend wirkt, passt doch zusammen. Für den zweiten Rang beim ADFC reichte eine miese Note. Außerdem hat der Fahrradclub alle Bereiche der Radfahrerfreuden und -leiden abgefragt, der Autoclub dagegen speziell die Radwegbreite unter die Lupe genommen. Und schließlich sind seit dem letzten ADFC-Test knapp zwei Jahre vergangen. Inzwischen steigen die Leute häufiger aufs Rad – und die Ansprüche der Radfahrer sind gewachsen.

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Unter dem Strich legt der ADAC einmal mehr den Finger in die größte Wunde: Um den Radverkehr wie gewünscht voranzubringen, muss man ihm mehr Platz im Straßenraum verschaffen. Das funktioniert nur mit Umverteilung zuungunsten der Autofahrer. In Hannover wie auch anderswo in deutschen Städten gehen Politiker und Planer diese Herausforderung bisher nur zaghaft an.

Von Bernd Haase