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Kommentar zum Brennstoffzellenzug von Alstom: Mutige Entscheidung

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00:18 24.05.2019
In Salzgitter entwickelt: Brennstoffzellenzug von Alstom. Quelle: Arne Dedert/dpa
Hannover

Niedersachsen war bisher der Vorreiter, doch nun ziehen die Hessen in großem Stil nach. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist von der in Salzgitter entwickelten Brennstoffzellentechnik derart überzeugt, dass er im Taunus gleich 27 Wasserstoffzüge fahren lassen will. Immerhin eine halbe Milliarde Euro lässt er sich diesen Großauftrag kosten.

Das ist eine mutige Entscheidung – denn bisher gibt es nicht viele Erfahrungen mit diesen Schienenfahrzeugen. Seit September 2018 sind im Elbe-Weser-Netz zwei Wasserstoffzüge im Einsatz. Sie sind offensichtlich zuverlässig genug, dass künftig nicht nur in Niedersachsen 14 solcher Züge unterwegs sein sollen – sondern noch deutlich mehr beim RMV im Taunus.

Die Bestellung könnte einen wichtigen Beitrag leisten, dass der Durchbruch für die Brennstoffzellentechnik im Schienenverkehr gelingt. Die Hessen haben dabei gegenüber anderen Regionen einen Vorteil: Sie können bei der Versorgung mit Wasserstoff den Chemiepark in Frankfurt-Höchst nutzen. Denn die Wasserstoffproduktion ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden – der Einsatz eignet sich also nicht überall ohne Weiteres. Dennoch haben Bahnbetreiber in anderen Regionen und Ländern Interesse an der Antriebstechnik bekundet. Vielleicht lassen sie sich nun leichter auf die Investitionen ein.

Für die Alstom-Fabrik ist dies ein großer Erfolg. Leider bedeutet der neue Auftrag noch nicht, dass das Werk künftig ausreichend ausgelastet ist. Fest steht immerhin: Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig es ist, wichtige Kompetenzen in Salzgitter zu behalten und nicht an günstigere Standorte zu verlagern.

Von Dirk Stelzl

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