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Kommentar zum Deutschen Milchkontor: Die Milch allein macht’s nicht mehr

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20:26 19.06.2019
Babynahrungsproduktion beim Deutschen Milchkontor. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Markenprodukte.
Babynahrungsproduktion beim Deutschen Milchkontor. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Markenprodukte. Quelle: DMK
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Es war ein Klassiker der Werbespots: „Die Milch macht’s!“ Mit den Jahren ist jedoch auch dieser natürliche Rohstoff ins Gerede geraten, zwischenzeitlich wurde die Milch sogar mit Volkskrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Seriöse Studien konnten solche Befürchtungen zwar entkräften, das rundum positive Image aber ist passé: Milch ist nur noch ein Grundnahrungsmittel unter vielen.

Das Deutsche Milchkontor hat diese Entwicklung lange ignoriert. Im Konzern zählte Masse statt Klasse, und man ergötzte sich an der eigene Größe – zugekaufte Betriebe und Marken wurden nie richtig integriert. Folglich bildeten sich Doppelstrukturen, welche die Produktion unnötig verteuerten. Solange die Milchpreise auf einem annehmbaren Niveau blieben, nahmen die Genossenschaftsmitglieder das ohne Murren hin. Mit der Krise nach dem Ende der Milchquote hat sich das spürbar geändert.

Die Kündigung zahlreicher Lieferverträge war für das Milchkontor aber auch eine Chance: Die Molkerei muss seither nicht mehr um jeden Preis einen Abnehmer für den letzten Liter Milch finden. Mit anderen Worten: Die Verringerung der Menge macht es möglich, stärker die Margen in den Blick zu nehmen. Noch wirkt sich das in der Bilanz nicht spürbar aus, aber zumindest im norddeutschen Raum kann das Unternehmen seinen Lieferanten wieder wettbewerbsfähige Milchpreise zahlen. Um langfristig zur Konkurrenz aufzuschließen, kommt der Konzern nicht umhin, seine Marken bekannter zu machen – ein neuer PR-Klassiker könnte beim Umwerben der Kundschaft sehr nützlich sein.

Von Jens Heitmann

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